Brust rauf!

Lebt es sich mit einem größeren Busen anders? WIENERIN-Beauty-Redakteurin Nathalie Roden wollt's wissen und hat vorübergehend von Körbchengröße A auf C aufgestockt ...

Heute kriege ich Brüste. Nicht, dass ich keine hätte, aber von "weiblichen Rundungen" kann bei mir oberhalb der Gürtellinie nicht die Rede sein. Kurz: Busenneid hab ich schon früh entwickelt - und die Frage "Wäre das Leben mit mehr Oberweite besser?" geht mir trotz gesundem Selbstbewusstsein und einem IQ, der nachweislich im Normalbereich liegt, des Öfteren durch den Kopf. Um die Sache ein für allemal zu klären, lasse ich mit also in der Praxis der Wiener Schönheitsmediziner Dr. Shirin Milani und Dr. Veith Moser Testbrüste verpassen. Die gibt's dort auf Lager. Für Frauen, die mit einer Brustvergrößerung liebäugeln - und sich einen ersten optischen Eindruck verschaffen sollen. Der Vorteil gegenüber anderen Visualisierungsmethoden wird mir so erklärt: Dank Einbuchtung schmiegen sich die Probebrüste "nahtlos" an den Naturbusen an, nichts zeichnet sich ab. Also ran an die Titten! Ein C-Cup soll's sein - der breiten Hüften wegen.

Dicke Dinger. Obwohl mit beim ersten Blick nach unten ein "Hilfe, sind die gigantisch!" entfährt und ich mir vorkomme wie Lolo Ferraris kleine Schwester, beschließe ich, die Brüste gleich anzubehalten. Und gehe erst mal shoppen. Meine Logik "Größerer Busen = größeres Gewand" erweist sich allerdings als falsch: Die Oberteile schlabbern. Kleinere Shirts mit viel Stretch sitzen dagegen wie angegossen. Und: Taille und Bauch wirken irgendwie schlanker. Jetzt bin ich definitiv neidisch auf mein Busen-Ich!
Später im Café, bemerke ich: Ich werde angestarrt. Aber nicht etwa von geifernden Jungs. Ich starre! Und zwar immer wieder. Noch schlimmer: Als wäre es das Normalste der Welt halte ich irgendwann meine Brüste in Händen. Schnell Finger weg und hoffen, dass keinem der Umsitzenden mein Busengrapscher aufgefallen ist. Mein Verständnis für Männer, die gern große Brüste kneten, ist seitdem aber definitiv gestiegen.

WIENERIN-Beauty-Redakteurin Nathalie Roden testete, ob es sich mit größerem Busen besser lebt.

Als Testmittel dienten ihr Probebrüste aus der Praxis der Wiener Schönheitsmediziner Dr. Shirin Milani und Dr. Veith Moser.
Nur eine Nummer. Abends dann der Ausgehtest. Den Drink halte ich relativ schnell in Händen, der Barkeeper übersieht mich nicht. Ob das jetzt an meinem Busen oder der Fähigkeit des Mannes in seinem Job liegt, sei dahingestellt. Und nein, bei der Flirtquote zeigt sich an diesem Abend überraschenderweise kein Unterschied. Vielleicht sind Männern Brüste letztendlich ja doch nicht so wichtig. Wäre doch schön! Vielleicht müssen sie bei dem Gedränge aber auch einfach den Blick oben halten und nur aufs Gesicht richten. Eine Sache ist trotzdem anders: Während ich sonst neidisch auf die Vorbauten meiner Freundinnen zu schielen pflege, kommen mir ihre Brüste plötzlich gar nicht mehr so groß vor. Ob A, B, C oder D, irgendwie scheint's wurscht.

Bye-Bye, Boobies. Beim Volleyball am nächsten Tag ist mir dann aber mein neuer Busen nicht mehr egal. Hätte die Dinger besser mal daheim gelassen. Obwohl's bei mir nur am Material der Dinger liegt, ahne ich, was es heißen kann, am Busen zu schwitzen. Da lobe ich mir doch meine "luftdurchlässigen" Originale.
Als ich die Brüste schließlich wieder abgebe, schwanke ich zwischen Bedauern und Gleichgültigkeit. An die neue Silhouette könnte ich mich gewöhnen. Aber eine OP? Nein, danke, nicht für mich. Dafür habe ich meine A-Cups im Laufe der Zeit und trotz aller Zweifel doch zu lieb gewonnen. Mein Freund sieht das übrigens genauso. Und ganz ehrlich: Der Unterschied war letztlich dann doch nicht so groß.

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