Braut muss ihrer Hochzeitsfotografin 75.000 Euro Schadenersatz zahlen

Weil ihr die Hochzeitsfotos nicht gefielen, startete eine Braut einen Shitstorm gegen ihre Hochzeitsfotografin.

Okay, es ist wirklich blöd, wenn die eigenen Hochzeitsfotos nicht gefallen. Man kann ja so eine Hochzeit nur schwer nachholen. Die Kanadierin Liao Chan war über ihre missglückten Hochzeitsfotos aber so wütend, dass sie einen Online-Rachefeldzug gegen ihre Hochzeitsfotografin Kitty Chan starte. Mit Verleumdungen und Lügen schaffte sie es, das Fotostudio "Amara Wedding" in den Ruin zu treiben.

Der Fall kam schlussendlich vor Gericht. Ende Februar sprach Richter Gordon Weatherill laut lokaler Medien das Urteil: Liaos "Mission bestand darin, etwas aufzudecken, was sie irrtümlicherweise als betrügerisches Geschäft wahrgenommen hat." Sie habe das Internet benutzt, um Kitty Chans Ruf und ihrem Geschäft "so viel Schaden wie möglich" zuzufügen. "Damit war sie erfolgreich", schrieb der Richter in seiner Entscheidung.

"Schlechte" Bilder sind kein Betrug

Die Geschichte zwischen den beiden Kanadierinnen läuft schon seit fast drei Jahren: Liao hatte ursprünglich bei Kitty ein Hochzeitspaket um 6.000 Dollar gebucht, ihre Mitarbeiter hatten den Auftrag auch durchgeführt. Als sie die ersten Fotos sah, war Liao aber enttäuscht und wollte nicht zahlen. Das Studio behielt Fotos und Videos zurück, bis die Rechnung beglichen würde. Ein erster Rechtsstreit dazu wurde 2016 zugunsten der Fotografin entschieden.

Nebenher hatte Liao aber einen fast ein Jahr andauernden Feldzug auf chinesisch- und englischsprachigen Social Media Seiten geführt. Sie bezichtigte die Fotografin der Lüge, Erpressung und des Betruges. Nur: Vor Gericht konnte sie nichts davon beweisen.

"Die Beweise sind überwältigend, dass keine Behauptung von ihnen wahr war", schloss der Richter. Er verstehe, dass ihr die Bilder nicht gefallen hätten. Betrug sei das aber keiner. Für ihn sei es "kein Zufall", dass mit Beginn von Liaos Cyber-Attacke Kittys zuvor gut laufendes Studio keine Aufträge mehr bekam.

Urteil soll Signalwirkung haben

Der Richter sprach Kitty Chan Schadenersatz in der Höhe von 50.000 Euro zu. Wegen Liaos "selbstherrlichem oder hasserfüllten" Verhalten erhöhte er das Strafmaß um 10.000 Euro, wegen "hartnäckiger Bosheit" um weitere 15.000 Euro.

Das Gericht hofft auf eine Signalwirkung des Urteils: "Liao und andere, die denken, dass es richtig sei, das Internet zu nutzen, um ihren Frustrationen freien Lauf zu lassen, sollen heute die Botschaft bekommen, dass es Konsequenzen geben wird, wenn ihre Veröffentlichungen verleumderisch werden."

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