Braut feuert ihre Brautjungfer mit passiv-aggressiver Mail

Es gibt ein Land namens Passiv-Aggressivistan und das ist seine Königin. (Frei zitiert nach Grey's Anatomy.)

Wir sind mitten in der Hochzeitssaison und das bedeutet: wunderbare Geschichten aus der dramatischen Welt der Eheschließungen, wie sie nicht mal Hollywoods zynischste DrehbuchautorInnen hinbekommen. Wie diese Story, die uns Twitter beschert. Die Hauptdarstellerinnen sind eine Braut namens Alex, eine verschmähte Brautjungfer namens Courtney und eine superhöfliche Mail, die das passiv-aggressivste Stück ist, das du diesen Sommer lesen wirst.

Zur Vorgeschichte: Vor einiger Zeit hat Alex Courtney gebeten, eine ihrer Brautjungfern zu sein. Courtney hat zugestimmt, obwohl sie am anderen Ende des Landes wohnt (und das ist in US-Amerika wesentlich mühsamer als eine Vorarlberg-Wien-Freundschaft) und ziemlich viel mit ihrem MBA an der Elite-Uni Dartmouth zu tun hat. Alex hingegen will das volle Braut-Programm: ein ganzes Polterwochenende, ein ganzes Hochzeitswochenende und jederzeit die ungeteilte Aufmerksamkeit all ihrer Brautjungfern. Courtney hätte das alles irgendwie hinbekommen, müsste aber am Tag der Hochzeit mit einem Nachtflug wieder nach Hause fliegen. Und für die Braut geht das gar nicht: Sie beschließt, Courtney durch eine andere Brautjungfer zu ersetzen und teilt ihr diese Entscheidung in folgendem Glanzstück der Passiv-Aggressivität mit:

Hey!

Ich freu mich so, dass du die Flüge gebucht hast. Es tut mir leid, dass es mit deinen Kursen so schwierig war. Ich weiß, wie sehr du dich bemüht hast, damit du für die Hochzeit hier sein kannst und es bedeutet uns beiden so viel!

Ich muss dich aber um einen riesigen Gefallen bitten - und das ist eines der schwierigsten Dinge, die ich jemals von jemanden verlangen musste - aber ich muss dich darum bitten, deine Pflichten als Brautjungfer zurückzulegen.

Als ich dich gebeten habe, meine Brautjungfer zu sein, hatte ich gehofft, du könntest Teil der ganzen Veranstaltung sein - der Jungesellinnenabschied, und zumindest das Wochenende der Hochzeit, mit der Vorbereitung und der ganzen Eventnacht! (Ein Sonntag-Nacht-Flug würde bedeuten, dass du nicht für die gesamte Hochzeit da wärst)... dieses Durcheinander, zu dem deine Anreise geworden ist, lässt sich nicht mit deinen Pflichten als Teil der Hochzeitsgesellschaft vereinbaren. Es tut mir so, so leid!

Bitte glaube nicht, dass du mich im Stich lässt! Ich bitte dich ja darum. Ich hab dich lieb und ich schätze deine Freundschaft so sehr, ich verstehe total, dass die die Uni vorziehen musst. Ich möchte, dass du dich darauf konzentrieren kannst und dir nicht noch extra Gedanken um meine Hochzeit machen musst.

Das ist jetzt fürchterlich unangenehm, aber ich habe vielleicht jemanden, der deinen Part übernehmen könnte. Würdest du mir deinen Jumpsuit zurückschicken? Ich überweise dir auch das Geld für die Sendung und den Jumpsuit selbst - sag mir einfach die Summe.

Ich weiß, dass sich alle schon freuen, dich auf der Hochzeit zu sehen! Ich freu mich jedenfalls!

Wenn du kurz telefonieren magst, sag Bescheid! Ich verspreche, dass alles cool ist zwischen uns!

Alles Liebe,

Alex

Courtney denkt nicht, dass "alles cool ist". Sie tweetet einen Screenshot der Mail an die Fluglinie JetBlue und fragt, ob es eine Möglichkeit gibt, ihr Flugticket zu stornieren, weil sie die Hochzeit nicht länger besuchen will. Die Fluggesellschaft antwortet und will einen Gratis-Girls-Trip spendieren, damit Alex und Courtney sich wieder versöhnen können.

 

 

Der Rest der Twittergemeine ist ein bisschen drastischer und schlägt vor, Courtney solle den Hochzeits-Jumpsuit behalten und ein Fotoshooting darin veranstalten - oder ganz einfach froh sein, dass sie einer Hochzeit, bei der Brautjungfern Jumpsuits tragen, entkommen ist.

 

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