Braucht ihr eine Beziehungspause?

Und wenn ja, was solltet ihr dabei beachten bzw. bedenken?

Braucht ihr eine Beziehungspause?

Beziehungspausen sind der Anfang vom Ende. Das hört man oft in Gespräche mit Freund*innen, wenn es darum geht, ob man sich nicht mal eine Auszeit von dem*der Partner*in nehmen sollte. Spannenderweise sieht Paarpsychologin Sarah Schewitz das gar nicht so, wie sie gegenüber Cosmopolitan erklärt: "Eine Auszeit kann dabei helfen, sich vorzustellen, wie das Leben ohne den Partner aussehen würde. Manchmal hilft das, genauer einzuschätzen, ob es besser oder schlechter ist, ohne ihn zu leben."

Für Paare, die sich in einer schwierigen Phase befinden, kann eine Pause eine Chance sein, aus der "emotionalen Achterbahn des Konflikts" auszusteigen und den Partner*innen zu helfen, neu zu bewerten, ob die Beziehung ihnen wirklich nützt oder nicht. Und so sehr eine Beziehungspause einer Partnerschaft nützen kann, so ist es laut Expert*innen wichtig, diese vier Punkte zu beachten bzw. davor darüber Gedanken wie man die Pause handhaben möchte.

Überlegt, ob eine Pause wirklich die beste Option ist

Das oben erwähnte Sprichwort, dass Pausen der Anfang vom Ende ist, kommt nicht von irgendwo. Denn immer wieder verwenden Paare eine Beziehungspause als softes Ende, auch wenn ihnen bereits bewusst ist, dass sie eigentlich nicht mehr zusammen sein möchten. Seid hier ehrlich miteinander und besprecht diese Option offen, denn: Eine Beziehungspause ist dann ungesund, wenn einer der Partner die Beziehung eigentlich beenden will, aber nicht den Mut hat, sich zu trennen, so dass er sich für eine 'Pause' entscheidet und falsche Versprechungen macht wie 'wir kommen wieder zusammen'.

Klärt, welche Regeln es während der Pause gibt

Dieser Punkt ist fast genauso wichtig, wie die Frage, ob eine Pause überhaupt notwendig ist. Wenn ihr euch dafür entscheidet, während dieser Pause beispielsweise andere Menschen zu treffen und zu daten, dann besprecht im Vorfeld, wie viel ihr davon wissen möchtet. Manche Paare vereinbaren auch einen klaren Tag jede Woche oder jeder Monat, wo ihr euch seht und darüber sprecht, wie es euch geht. Besprecht auch am besten vorher, ob ihr weiterhin in Kontakt stehen wollt oder ob der Kontakt vorerst limitiert ist – und wenn ja wie diese Limitierung aussieht.

Besprecht, ob ihr es jemand erzählen möchtet

Klar, normalerweise erzählst du alles deinen engsten Freund*innen sofort. Und auch deine Familie ist immer im Loop? Besprecht hier, wem ihr von der Pause erzählen möchtet. Expert*innen empfehlen es vielleicht sogar vorerst die Pause geheim zu halten und gar nicht zu sehr zu verbreiten. Denn was ihr vermeiden möchtet, ist dass jemand darüber lästert oder Gerüchte verbreitet, die eure Beziehung beeinflussen könnten. Dies kann auch andere davon abhalten, sich in eure Angelegenheiten einzumischen und möglicherweise weitere Spannungen zu verursachen. Auch wenn es sich in Zeiten von Beziehungsstreitigkeiten ganz natürlich anfühlt, sich auf vertraute Freunde zu stützen, solltet ihr immer daran denken, dass es bei dieser Trennung um euch geht und um niemanden sonst.

Nutzt die Pause, um an euch zu arbeiten

Besonders Paare, die zusammen wohnen und viel Zeit miteinander verbringen, können sich mit der Zeit selbst und die individuellen Wünsche aus dem Sichtfeld verlieren. Eine Pause kann übermäßig abhängigen Partnern helfen, ein Gefühl von Freiheit und Individualität wiederzuerlangen. Zeit mit der Familie und mit Freunden zu verbringen, kann eine erfrischende Möglichkeit sein, den Druck von eurem Partner zu nehmen, alle eure emotionalen Bedürfnisse zu erfüllen. Euer*eure Partner*in kann zwar immer noch die wichtigste Person in eurem Leben sein, aber es ist wichtig, dass euer Liebesleben nicht eure anderen Beziehungen überschattet - auch nicht die, die ihr mit euch selbst habt. Eine Beziehungspause kann wertvolle Zeit und Raum bieten, um als Mensch und Partner*in zu wachsen.

 

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