Brad geht ihr auf den Keks

Jennifer Aniston hat sich mit dem "Elend mit dem Verflossenen" arrangiert – lässt ihr „Schicksal“ doch die Kassen klingeln.

Eigentlich gehört es sich ja nicht, eine Frau auch Jahre nach ihrer Scheidung immer noch auf das Elend mit dem Verflossenen zu reduzieren. Aber Jennifer Aniston hat sich damit arrangiert – lässt ihr „Schicksal“ doch die Kassen klingeln.

Text Peter Hiess Fotos Peggy Sirota/Corbis OUTLINE, 2008 Twentieth Century Fox

Verkaufstechnisch gesehen ist Jennifer Aniston eine nackte Kanone. Medienprofis wissen warum: Seit Jahrzehnten hält sich in der Illustriertenbranche die Faustregel, dass man mit einer hübsch ausgezogenen Frau auf dem Cover doppelt so viele Exemplare verkaufen kann wie mit einer hübsch angezogenen. Und das gilt nicht nur für Herrenmagazine. Das eherne Gesetz erfährt in letzter Zeit nämlich noch eine Erweiterung – für Frauen- und Societyblätter: Wenn Jennifer vorne drauf und nackt ist, erhöht das die Umsätze gewaltig. Wird dem potenziellen Käufer so doch erfolgreich suggeriert, dass er der guten Jennifer bis in die Seele gucken kann.

In Wahrheit wollen nämlich alle nur wissen, wie es der armen Jennifer geht nach ihrer Trennung von Brad Pitt, dem angeblich begehrenswertesten Mann Hollywoods. Es ist zwar jetzt schon dreieinhalb Jahre her, dass sie sich von ihm hat scheiden lassen, aber dennoch halten sich Promitratschexperten unermüdlich mit dem Thema auf: Ist sie immer noch traurig? Hat sie sich gedemütigt gefühlt, als sie Brad damals, während der Dreharbeiten zu Mr. & Mrs. Smith, auf Paparazzi-Fotos mit der anderen sah? Und wie geht es ihr jetzt, der glück- und nachwuchslosen Kreatur, wenn sie sieht, dass Brad und Angelina einen ganzen Kindergarten um sich versammeln?

Jennifer Anistons Leben wird auf das Niveau eines Fürsten-Romans reduziert – und alles, was sie von sich gibt, landet ebenfalls in dieser Schublade: Kurz vor ihrem 40. Geburtstag am 11. Februar 2009 soll sie das erste graue Haar auf ihrem Köpfchen entdeckt haben; wahrscheinlich liegt das daran, dass Brad ihr das Herz gebrochen hat. Und in der RomCom Er steht einfach nicht auf Dich, einem ihrer aktuellen Kinofilme, spielt sie eine Frau, die nach jahrelanger Beziehung total durchdreht – na, das muss doch einfach mit der privaten Tragödie zu tun haben …

In jedem Interview, das Jennifer Aniston – oft jovial „Jen“ genannt – den Medien gibt, wird sie nach Brad gefragt. Meist gibt sie recht neutrale Antworten („Ich rede schon noch mit ihm – aber nur, wenn es etwas zu gratulieren und feiern gibt“), manchmal lässt sie aber auch eine Spitze gegen ihre Rivalin los („Also ich würde ja nie Fotos von meinen Babys an die Presse verkaufen“). Und irgendwann hat sie dann genug: „Ich rede ja gern über mein Privatleben, aber es gibt Dinge, die keinen etwas angehen.“

Na gut, reden wir eben übers Business. Jennifer, Tochter eines griechischen Schauspielers und einer amerikanischen Schauspielerin und Taufkind von Telly „Kojak“ Savalas interessiert sich naturgemäß recht früh für die Branche ihrer Eltern. Nach einer einschlägigen Ausbildung wirkt sie in ein paar Off-Broadway-Produktionen mit und übersiedelt 1990 ins Hollywood-Babylon, wo sie in ein paar gefloppten TV-Serien zu sehen ist.
Und dann kommt Friends.

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Was steckt hinter Jennifer Anistons bravem Image? Mehr über die Schauspielerin und ihren neuen Film Marley & Ich lesen Sie in der März-Ausgabe der WIENERIN.

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