Botox für die Blase

Der Gang zur Toilette, auch wenn die Blase gar nicht voll ist, stellt den Alltag vieler Österreicherinnen und Österreicher dar. In Europa ist jeder sechste Erwachsene von dem Reizblase-Syndrom betroffen. Doch seit Jänner 2013 gibt es ein Mittel für eine effektive Therapie des Problems: Botox!

Blasenschwäche und Inkontinenz sind immer noch Tabuthemen in der Gesellschaft, wenngleich viele darunter leiden und diese Krankheiten auch eine enorme Belastung für alle Betroffenen darstellt.

Das Reizblasen-Syndrom erschwert auch beinahe in allen Fällen Alltag, Berufs- und Sexualleben in hohem Ausmaß.

16,6 % der europäischen Bevölkerung leidet unter einer überaktiven Blase. Zwar gibt es Medikamente gegen die Erkrankung, doch Studien belegen, dass die Hälfte der Patienten die Tabletten aufgrund der mangelnden Wirkung, oder aus Gründen der Unverträglichkeit, wieder absetzen.

Für diese Menschen gibt es nun eine neue Behandlungsmethode: Botox (Botulinumtoxin Typ A).

Professor Dr. H. Christoph Klinger, stv. Leiter der Universitätsklinik für Urologie an der Universität Wien erklärt, dass durch die Zulassung von Botox die überaktive Blase und Harninkontinenz auf sehr effektive Art und Weise behandelt und austherapiert werden kann.

Wie kommt es zur Reizblase?

Das fein abgestimmte Meldesystem, das eine willkürliche Kontrolle des Harndrangs erlaubt, ist hier durch unterschiedliche Gründe fehlgesteuert:

  • Der Blasenwandmuskel ist überempfindlich, sodass er sich bei geringsten Reizen zusammenzieht und eine Harndrang auslöst.
  • Nervenrezeptoren melden einen Dehnungsreiz lange bevor die Füllung reicht wurde.
  • Ein Defekt im Gehirn, der für die Harnblase zuständig ist, kann derartige Symptome hervorrufen.
- Trotz normaler Trinkmenge verspürt man in sehr kurzen Abständen einen starken Harndrang.

- Nur kleine Harnmengen werden abgegeben.

- In der Nacht muss man oft mehrmals (im Durchschnitt um die 5 Mal) auf die Toilette.

- Inkontinenz: es kann zu unfreiwilligem Harnverlust kommen, weil der Harndrang unaufschiebbar, jedoch keine Toilette in der Umgebung ist.

- Drang bleibt oft auch nach Entleerung der Blase bestehen.

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