Boris Johnson beschimpft Burkaträgerinnen

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson schreibt in seiner Kolumne über das dänische Burka-Verbot und verunglimpft dabei Frauen, die Burka oder Niqab tragen.

Seit dem ersten August besteht in Dänemark ein Verschleierungsverbot in der Öffentlichkeit. Für seine Äußerungen dazu steht der britische Ex-Außenministers Boris Johnson nun unter Kritik. In seiner wöchentlichen Kolumne in der britischen Tageszeitung "Telegraph" vergleicht Johnson am Montag Frauen in Vollverschleierung mit "Bankräubern" und "Briefkästen". Zwar spricht er sich für ein Verbot der Verschleierungen aus, bezeichnet die religiöse Bekleidung aber als "vollkommen lächerlich".

Kritik für Johnsons Äußerungen gibt es von allen Seiten. Der Ex-Außenminister buhle um Rechtsaußen, erklärte Miqdaad Versi, der Vize-Vorsitzende des Moscheeverbands Muslim Council of Britain. Für den Labour-Abgeordneten David Lammy ist Johnson eine "Billigversion des US-Präsidenten Donald Trump." Johnson würde bei islamfeindlichen Wählern auf Stimmenfang gehen. 

Aber nicht nur Islamverbänden und Abgeordnete der Labour-Partei kritisieren die Aussagen des ehemaligen Außenministers. Am Dienstagabend schloss sich Premierministerin Theresa May den Forderungen nach einer Entschuldigung an. "Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein", so May. Auch weitere Parteikollegen der Konservativen kritisieren die Wortwahl Johnsons. Vereinzelt gab es Forderungen, den Ex-Außenminister von der Regierungsfraktion auszuschließen. Dass es dazu kommt, gilt aber als nahezu ausgeschlossen. Johnson lehnte eine Entschuldigung Berichten zufolge bislang ab.

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