Blutstropfen: Das Menstruations-Emoji kommt! (und sorgt für Aufregung)

Was mit dem "Drop of Blood"-Emoji bewirkt werden soll - und warum manche so ein großes Problem damit haben.

230 neue Emojis wird es in diesem Jahr geben, eines davon sorgt schon jetzt für den meisten Wirbel: Ein Blutstropfen soll die Menstruationsblutung symbolisieren. Während die Integration des Emojis von FrauenrechtsunterstützerInnen weltweit schon lange gefordert und jetzt dementsprechend gefeiert wird, zeigt sich in anderen Reaktionen die ganze Misogynie und Tabuisierung weiblicher Sexualität.

Frauenrechtsorganisation initiierte Emoji für Regelblutung

Die britische Organisation Plan International UK startete bereits 2017 eine Kampagne für ein Menstruations-Emoji, weil das Thema noch immer stark tabuisiert sei und Mädchen und Frauen - nicht nur in sogenannten Entwicklungsländern - aus vielen Bereichen des Lebens ausschließe. Das Emoji solle helfen, Gespräche darüber zu erleichtern und so das Thema zu enttabuisieren.

Blutstropfen war nicht favorisiertes Design für Menstruations-Emoji

Im Rahmen der Kampagne von Plan International UK wurden fünf Designs vorgeschlagen. 54.600 UmfrageteilnehmerInnen stimmten ab, der beliebteste Entwurf war eine Unterhose mit Blutstropfen. Weil das Unicode-Konsortium (Unicode ist die weltweit einheitliche Schriftsprache für digitale Medien) das aber ablehnte, tat sich Plan International UK mit einer Blutspende-Kampagne zusammen: Gemeinsam reichte man das Bluttropfen-Emoji ein. Unicode stimmte dem Entwurf zu und gab die Freigabe.

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Lucy Russell von Plan International UK erklärte gegenüber Vogue, dass "die Inklusion dieses Emojis ein großer Schritt hin zur Normalisierung von Menstruationsblutungen und zur Zerschlagung des damit verbundenen Stigmas" sei. "Jahrelang haben wir Menstruation verschwiegen und euphemisiert. Das hat negative Auswirkungen auf die Mädchen. Sie schämen sich, über ihre Periode zu reden, und fühlen sich ausgegrenzt. Das kann sich auch gesundheitlich auswirken."

Das Blutstropfen-Emoji sei freilich nur ein kleiner Teil, meint Russell: "Es kann die Konversation verändern. Die Scham rund um die Periode zu beenden, funktioniert nur, indem man darüber spricht."

Negative Reaktionen auf Menstruations-Emoji

Genau dieses Darüber Reden missfällt beim Thema Regelblutung immer noch vielen: Unter Artikeln und Postings, die das neue Emoji begrüßten, häuften sich schnell frauenfeindliche Kommentare.

Menstruations Emoji Kommentar Kurier

Journalistin Claudia Zettel sah sich nach einem Tweet zum Thema mit Hassnachrichten konfrontiert und reagierte mit klaren Worten: "Ich akzeptiere nicht, dass ich etwas Harmloses ins Internet schreibe und dafür misogyne Kommentare und blanken Hass kassieren muss. (...) Ich schäme mich weder für meine monatliche Blutung noch dafür, etwas darüber ins Internet zu schreiben."
Angesichts solcher Reaktionen besteht an der Notwendigkeit eines Menstruations-Emojis wohl kein Zweifel mehr.

 

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