Blutende Füße wegen Stöckelschuh-Zwang

Eine junge Kanadierin teilte ein Foto ihrer blutigen Füße - weil sie gezwungen wurde, auf der Arbeit Stöckelschuhe zu tragen. Mittlerweile wehren sich auch in Großbritannien viele Frauen gegen den Stöckelschuh-Zwang im Job.

Es ist kein schönes Bild, aber es geht aus gutem Grund um die Welt. Eine junge Kellnerin wurde von ihrem Unternehmen dazu gezwungen, während der ArbeitHigh Heels zu tragen. Die Folgen sind erschreckend:

Ihre Freundin Nicola Gavins schrieb daraufhin einen wichtigen Facebook-Post und ist empört darüber, dass Frauen im besagten Unternehmen dazu verpflichtet werden, hohe Schuhe zu tragen - außer sie dürfen es aus medizinischen Gründen nicht. "Die Füße meiner Freundin bluteten und sie verlor sogar ihren Zehennagel - und trotzdem beharrte ihr Chef darauf, dass sie hohe Schuhe trägt." Um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, müssen die Frauen in diesem Betrieb auch ein eigenes Kostüm kaufen, während Männer einfach nur etwas Schwarzes anziehen müssen. "Das ist sexistisch und ekelhaft", schreibt Gavins.

In Großbritannien startete eine Petition gegen den Stöckelschuh-Zwang


Dass die junge Frau mit dieser Meinung nicht alleine ist, zeigt jetzt eine Petition aus Großbritannien gegen den Stöckelschuh-Zwang. Auch die 27-jährige Nicola Thorp aus Großbritannien wurde dazu gezwungen, stundenlang am Empfang in High Heels zu stehen.

Sie war im Dezember mit flachen Schuhen zur Arbeit als Empfangsdame bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) erschienen. Dann sei sie darauf hingewiesen worden, dass sie Schuhe mit Absätzen zwischen fünf und zehn Zentimetern tragen solle. Als sie sich darüber beschwerte, dass nur Frauen das machen müssen, habe ihr Chef sie ausgelacht und ohne Bezahlung nach Hause geschickt: Sie müsse in hohen Schuhen kommen oder sich einen anderen Job suchen.

Keine Stöckelschuhe, kein Job


Thorps Petition wurde mittlerweile von über 136.000 Menschen unterschrieben. Ihre Zeitarbeitsfirma Portico hat ihre Richtlinien geändert. "Mit sofortiger Wirkung können alle unsere weiblichen Kollegen einfache flache oder hohe Schuhe tragen, wie sie es wünschen", teilte Simon Pratt,Geschäftsführer von Portico, am Mittwoch über Twitter mit.

Die Petition könnte auch dazu führen, dass es Arbeitgebern in Großbritannien generell verboten wird, Frauen zum Tragen von Stöckelschuhen zu zwingen. In Österreich gibt es für Bekleidungsvorschriften in der Firma keine allgemein gültige Regel. Jedoch werden Verbote und Gebote bei der Arbeitskleidung als Eingriff in die Privatsphäre gesehen und müssen in jedem Fall begründet sein. Der/die Beschäftigte stimmt mit seiner/ihrer Unterschrift - wenn dies im Arbeitsvertrag festgelegt ist - zu.

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