Blutdruck regulieren

Offiziell ist ein niedriger Blutdruck ja keine Krankheit. Doch wer unter Hypotonie leidet, fühlt sich meist alles andere als gesund. So beugen Sie Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen vor.

1. Ungefährlich, aber lästig

Ihr Spitzname ist Morgenmuffel? Grämen Sie sich nicht länger. Sie leiden nicht etwa an einem Charakterfehler, sondern unter Ihrem niedrigen Blutdruck. Dümpelt der nämlich im Keller (Werte < 100:60 mmHg), sind auch Laune und Leistung morgens oft unterirdisch.

Und als wären Mattigkeit und Konzentrationsschwäche noch nicht genug, gesellen sich über den Tag auch noch Schwindel, Sternchen-Sehen, Kopfschmerzen oder Frösteln zu den lästigen Symptomen. Da hilft auch nicht, dass Mediziner trösten, Hypotonie sei keine Krankheit, sondern wirke gar lebensverlängernd … Besonders betroffen sind groß gewachsene, aber zart gebaute junge Frauen und Sportabstinenzler. Auch bei Blutdruck-Normalos kann sich ein plötzlicher Blutdruckabfall durch Ohrensausen oder Schwarz-vor-den-Augen-Werden bemerkbar machen – etwa beim zu raschen Aufstehen. Zudem können Medikamente wie Schlafmittel oder Psychopharmaka den Blutdruck fallen lassen.

2. Manche mögen's kalt

Um das Blut bis in Organe, Muskeln und Gehirn zu leiten, ist ein gewisser Druck nötig. Welcher Druck erreicht wird, hängt von der Schlagkraft des Herzens und dem Widerstand der Blutgefäße ab. Um den Blutdruck zu erhöhen, muss das Herz entweder kräftiger schlagen, wobei ein wenig Sport hilfreich sein kann (siehe Punkt 3).

Oder aber die Blutgefäße müssen sich stärker zusammenziehen. Probates Mittel, um diesen Effekt zu erzielen, ist die Förderung der Durchblutung. Heißt: Auch wenn es Überwindung kostet, eine heiß-kalte Wechseldusche oder die Benutzung einer Massagebürste wirken Wunder. Für Power zwischendurch: Innenseite der Handgelenke unter kaltes Wasser halten. Heiße Bäder sind dagegen Gift für den Kreislauf. Und für Saunabesuche gilt: Temperatur und Dauer anfangs sehr vorsichtig steigern, Beine hochlagern – und liegend genießen.

3. Kreislauf gut, Blutdruck gut

Ihre „Therapie“ lautet: Kreislauf ankurbeln. Gut wäre also regelmäßiger Sport, fürs Erste tut’s aber auch „Radeln“ im Bett. Reißen Sie dabei das Fenster auf. Kühle Luft verengt nämlich die Gefäße und regt den Kreislauf an. Wer sitzend arbeitet, sollte öfter Bewegungspausen einlegen. Muten Sie Ihrem Körper aber keine zu plötzlichen „Lagewechsel“ zu, sonst versackt das Blut in den Beinen und Ihnen wird schwarz vor Augen. Bewegen Sie besser noch im Sitzen Ihre Beine oder verschränken Sie Ihre Glieder wie ein trotziges Kind. Das aktiviert die Venen.

Auch im Stehen können Sie die Venenpumpe anwerfen: einfach auf den Zehen wippen. Wer überhaupt viel steht, kann sich mit Stützstrümpfen helfen. Auch hilfreich: Schlafen in Oberkörperschräglage. Dann wird Ihnen beim Aufstehen nicht schwindelig. Wenn Sie dennoch spüren, dass Ihr Kreislauf Sie im Stich lässt: schnell in die Hocke gehen. So können Sie die Ohnmacht abwenden!

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