"Blue Luluuu": Aus "Pinky Gloves"-Satire wird Hilfsprojekt gegen Periodenarmut

Das anfängliche "Pinky Gloves"-Satireprojekt macht nun auf den erschwerten Zugang zu Menstruationsprodukten aufmerksam.

Blue Luluuu gegen Periodenarmut

Als Reaktion auf Pinky Gloves (genau, die pinken Einweghandschuhe, die letzte Woche für ziemlich viel Aufregung sorgten), riefen drei Wienerinnen auf Instagram das Satireprojekt Blue Luluuu ins Leben: eine Plastikflasche, in die Männer unterwegs "problemlos urinieren" können. In kurzer Zeit sammelten sie tausende Follower*innen. Wie unter anderem auf k.at zu lesen war, möchten die drei Initiatorinnen nun die Aufmerksamkeit nutzen, um das Problem der Periodenarmut in den Vordergrund zu rücken.

Pinky Gloves gibt es mittlerweile nicht mehr

Das Start-Up Pinky Gloves schlug in der vergangenen Woche hohe Wellen (wir berichteten): Bei der Unternehmer*innen-Show Die Höhle der Löwen präsentierten zwei Männer ihr Produkt, welches den Alltag von Frauen künftig erleichtern solle. Pinke Einweghandschuhe zur diskreten Entfernung von Menstruationsprodukten.

Bereits während der Ausstrahlung gab es online einen Shitstorm, inzwischen erreichten die beiden Gründer so viele Hassnachrichten und Drohungen, dass sie beschlossen haben, Pinky Gloves nicht weiterzuführen.

"Wo ein Willi, da Einweg"

Lea, Denise und Sophie riefen im Zuge der Aufregung um Pinky Gloves das Satire-Projekt Blue Luluuu ins Leben.

Auf ihrem Instagram-Kanal bewarben sie unter dem Slogan "Wo ein Willi, da Einweg" eine Plastikflasche als Fake-Produkt, in die Männer unterwegs "problemlos urinieren" könnten. "Inspiriert" von Pinky Gloves war es ihr Ziel, "als Frauen ein Männerproblem zu lösen", welches sie aufgrund ihrer jahrelangen WG-Erfahrung mit männlichen Mitbewohnern mitbekommen hätten.

Reichweite nutzen

Innerhalb weniger Tage generierte das Satire-Projekt der drei Wienerinnen mehr Follower*innen als Pinky Gloves. Sie beschlossen, die neu gewonnene Reichweite für etwas Sinnvolles zu nutzen, nämlich, um auf das Problem der Periodenarmut hinzuweisen.

Nicht jede*r kann sich Menstruationsprodukte leisten

Menstruieren ist teuer: Rund 21.000 Euro geben wir im Laufe unseres Lebens für die Periode aus - das zeigt eine britische Studie aus dem Jahr 2017. Gerade obdach- und wohnungslose Menschen können sich Binden und Tampons oft nicht leisten.

Die Gründerinnen baten ihre Follower*innen, die Spendenaktion "füreinand'-Mission" der Caritas Österreich zu supporten. Die Caritas-Aktion will obdachlosen und armutsbetroffenen Personen, die menstruieren, den kostenfreien Zugang zu Menstruationsprodukten ermöglichen. Bereits am ersten Tag konnten sie ihr Ziel von 1.000 Euro übertreffen, inzwischen wurden über 3.000 Euro gespendet.

Falls ihr auch helfen möchtet: Die Kampagne läuft noch bis Sonntag, 25.4. 2021. Alle Infos dazu findet ihr hier.

 

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