Bloggerin DariaDaria hat genug von Hasspostings

Österreichs bekannteste Bloggerin DariaDaria zieht nach sechs Jahren eine erschreckende Bilanz.

Wie weit Hass im Netz gehen kann, zeigt das Beispiel der Bloggerin Madeleine Alizadeh derzeit sehr gut. In einem gestern veröffentlichten Blog-Eintrag zieht die Wienerin nach sechs Jahren Bilanz - und offenbart, wie es ist, sich tagtäglich den dutzenden Hasskommentaren aussetzen zu müssen.

"Im Internet trauen sich die Menschen Dinge zu sagen, die sie im realen Zusammenleben nie sagen würden", schreibt sie darin. Als sie kürzlich ein Video hochlud, auf dem sie weinte, überschlugen sich die unmenschlichen und hasserfüllten Kommentare. Die Bloggerin stellte schließlich ganz richtig fest: "In diesem Video bin ich die Person, die sich „nackt“ in die Mitte der Arena stellt, ehrlich und verletzlich ist. Die Person, die kritisiert, genießt den Schutz der Anonymität, was es zu einem unfairen Spiel mit ungleichen Regeln macht."

Hass im Netz führte zu psychischen Belastungen bei der Autorin


Ihre ehrliche und auch verletzliche Art sei nicht für den Hass auf Social Media-Plattformen gemacht, schreibt sie. Bereits im Februar sagte sie in einem WIENERIN.at-Interview, wie sehr sie diese Hasskommentare belasten und meinte damals: "Das Arge ist, dass so richtig beleidigende Kommentare immer nur von Männernkommen - und zwar meist von älteren. Ich hatte während der Flüchtlingskrise auch sehr viele Kommentare und zwar solche wie "schleich dich aus unserem Land" oder "du bist so sau schirch, niemand will dich ficken – bitte bring dich um". Und das sind aber dann immer Männer, die mir sowas schreiben."

In ihrem Blog-Eintrag zieht sie daher diese Bilanz: "Es gibt aber keine Lösung, die mich so weitermachen lässt, wie bisher, ohne dass ich so lange aufgefressen werde, bis nichts mehr von mir da ist." Daher werde sie die Kommentarfunktion überall dort, wo es technisch möglich ist, "bis auf Weiteres" deaktivieren. Denn: "Es ist Zeit für mich geworden, Grenzen aufzustellen, vor allem was mich und mein Privatleben angeht."

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