Blauäugige Songs

Bernhard Reider mit seiner blauen Brille ist seit der ORF-Castingshow "Die große Chance" einem größeren Publikum bekannt. Nun veröffentlichte der Oberösterreicher mit 53 Jahren sein erstes Album. Im Interview erklärt er, warum er alternde Frauen "einfoch schee" findet.

Sie bezeichnen sich selbst als „krankhafter Perfektionist". Ist Ihr Debütalbum „Liebeslieder & Chansons" so geworden, wie Sie es sich erwartet haben?
Die Arrangements der Songs sind sehr einfühlsam und ausgewogen, ich bin mit dem ersten Album sehr zufrieden, weil es genauso geworden ist, wie ich es mir ausgemalt habe!

Wenn Sie sich Ihre Auftritte bei „Die grosse Chance" im Nachhinein anschauen, sind Sie eher stolz darauf oder eher bescheiden beschämt?
Die Auftritte bei "Der großen Chance" waren die richtige Entscheidung und ich habe einmal mehr gespürt, dass ich auf der Bühne zuhause bin!

Was macht für Sie einen guten Erzähler bzw. Liedermacher aus, damit man ihm gerne zuhört?
Absolute Hingabe, Authentizität, Ehrlichkeit dem Publikum gegenüber, Empfindsamkeit, Emotion, Witz mit einem gewissen Feinschliff und Sinnlichkeit!

Bernhard Reider

Ihr Markenzeichen ist neben der rauen Stimme auch die blaue Brille. Seit wann tragen Sie diese und wieso gerade eine in Blau?
Ich habe die Brille schon vor der großen Chance getragen und damit Aufsehen erregt, habe viele Farben probiert und bin beim Blau gelandet, weil sie meinen Geschmack am meisten getroffen hat und nun trifft sie auch den Geschmack des Publikums, der Wiedererkennungswert ist enorm!

Über was machen sich Frauen zu viele Gedanken? Die Antwort von Bernhard Reider lesen Sie auf Seite 2!

Mit dem Debütalbum "Liebeslieder & Chansons" wurde für den 53-Jährigen ein Traum wahr.

Seine drei Markenzeichen: Raue Stimmen, Songs in Mundart und die blaue Brille.

Sein neuestes Projekt sind Volksmusiklieder.

Das Lied "Ins Bett foin und die Wöd vaschlofn" haben sie in ihrer depressivsten Zeit geschrieben, als der große Erfolg ausblieb. Was hat Sie davon abgehalten aufzugeben bzw. wie haben Sie sich motivieren können?
Müde fiel ich ins Bett und bin am nächsten Tag aufgewacht und zum Casting nach Linz gefahren, der Rest ist eine unglaubliche Geschichte.

Mit „I find i einfoch schee" singen Sie über die Schönheit jeder Frau. Worüber machen sich Ihrer Meinung Frauen viel zu viele Gedanken? Und welche Macken lieben Sie an Ihrer Frau?
Über das Älterwerden - in meinem Lied "Altweibersommer" heißt es im Refrain: Schatzi, waunsd uroid wirsd, daun gfrei i mi schau drauf, weusd daun nu schena wirsd oisd eh schau bisd, wia a Herbsttog im September, waun die Sunn vom Hümmi scheint....u.s.w. Wenn dieses zärtliche Lied dazu beiträgt, dass es den Jugendwahn übertönt und die Schönheit des Alters zum Klingen bringt - und - speziell die Männer zu mehr Aufmerksamkeit und Verständnis gegenüber ihren Frauen bewegt, dann wäre viel erreicht. Das Lied ist nicht nur ein Kompliment für meine Liebste, sondern für alle Frauen, bei denen das Alter irgendwann einmal anklopft!

Sie schreiben nun auch Volkslieder. Wann dürfen wir die ersten Songs erwarten und wird es in Richtung Schunkelmusik à la Andreas Gabalier gehen?
Ich hoffe bald - in Richtung Schunkelmusik wird es auf keinen Fall gehen! Ich möchte die Menschen mit einer neuen Form der Volksmusik begeistern und berühren - zum einen verneige ich mich darin vor diesem schönen Land und zum anderen wird zarte die Poesie der Liebe zentrales Thema sein!

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