Bitte schenkt mir keinen selbstgebastelten Adventkalender mehr!

Unsere Redakteurin hat jahrelang selbstgemachte Adventskalender bekommen und es reicht ihr. Schluss mit einzelnen Teelichtern und Zuckerstangen. Ein Kommentar.

Bitte schenkt mir keinen selbstbastelten Adventkalender mehr!

Reden wir Klartext. Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Ich liebe Weihnachten. Ich liebe Weihnachtsfilme und Weihnachtslieder und Weihnachtskekse. Mein Christbaum steht bereits mit Dezemberbeginn und ich liebe Adventkalender. Ich bin also kein Grinch (auch wenn ihr das nach der Überschrift vielleicht vermutet hättet). Aber ich habe genug von selbstgebastelten Adventkalendern. Gemeinsam mit einigen Freund*innen habe ich jetzt jahrelang ein Geschenke-Rad betrieben: Ich bastle einen und bekomme dafür einen retour. Und nicht nur dass der zeitliche und finanzielle Aufwand massiv unterschätzt wird, wenn man selbst einen bastelt – 24 Tage sind verdammt viele.

Teelichter und Gesichtsmasken

Und natürlich versucht man jeden Tag so sinnvoll wie möglich zu füllen. Man möchte schließlich, dass sich die beschenkte Person freut. Aber an irgendeinem Punkt muss man dann doch 4-5 Gesichtsmasken und hübsche Teelichter in den Säckchen verpacken, da es sonst einfach den Rahmen sprengen würde. Und ich habe dafür volles Verständnis! Aber genau deswegen mein Aufruf: Bitte schenkt mir keinen selbstgebastelten Adventkalender mehr.

Wo aufbewahren?

Bei einem Schoko- oder Knabber-Kalender kann man jeden Tag eine Kleinigkeit essen und schon ist alles weg. Und mit weg meine ich – man muss sich nicht in einer 65 Quadratmeter-Wohnung überlegen, wo man die 26 Teelichter lagert, die sich über die letzten Jahre angesammelt haben. Selbes gilt für den Anfangsbuchstaben meines Namens aus Holz oder die 15 Gesichtsmasken vom DM, die nicht zu meinem Hauttyp passen und ich vermutlich nie verwenden werde (ja, ich bin alt genug, um meinen Hauttyp zu kennen und dafür entsprechende Produkte zu haben).

Die Schublade

Meine Wohnung ist fertig dekoriert – ohne unglaublich viel Platz für Veränderungen und auch recht begrenzter Stellfläche. Ich weiß also nicht wirklich, wo ich den kleinen Holz-Baum hinstellen soll, den ich gerade bekommen habe. Auch wenn ich mich natürlich darüber freue, versteht mich nicht falsch. Aber am Ende landet viel davon in dieser einen Schublade. Ihr wisst schon. Die Schublade, in der Sachen landen, die ihr nicht wegschmeißen möchtet (weil ihr euch ja ehrlich darüber freut), aber die ihr eigentlich auch nicht unbedingt braucht.

Alternative

Wer mir aber trotzdem etwas Gutes tun möchte: Machen wir 12 Tage daraus. Oder 4 kleine Päckchen voll selbstgebackener Kekse und eingekochter Marmelade. Machen wir ein Weihnachtsgeschenk draus. Oder wir treffen uns und kochen stattdessen gemeinsam Marmelade ein, stricken gemeinsam oder machen Bratapfellikör. Denn ich freu mich über alles davon. Aber meine Will-es-nicht-wegschmeißen-aber-brauche-es-auch-nicht-Schublade ist voll. Sorry not Sorry!

 

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