Bitch Melbas Herzstation

Ihre persönliche Klagemauer heißt Bitch Melba. Diesmal: Wie man ihm die Spendierhosen anzieht, mit einem paartherapeutischen Ultimatum umgeht und warum Männer immer fünf bleiben wollen.

Liebes Melberl!
Betreff: Peter-Pan-Müdigkeit
Ich möchte einmal in meinem Leben einen Mann haben, der älter als fünf ist. Ich meine, die Pubertät des Mannes fließt ja nahtlos in die Senilität rüber. Oder liegt es an mir, dass ich es nie schaffe, ein erwachsenes Exemplar an Land zu ziehen? Eine erschöpfte Wendy

Liebe Wendy!
Männer sind Kinder mit Schulden, könnte ich Ihnen jetzt schreiben. Und da fährt die Eisenbahn und natürlich vor allem die Modell-Eisenbahn drüber. Und nun die Deppenfrage: Warum sollen Männer auch freiwillig älter als fünf werden? Alice Schwarzer, und jetzt gähnen Sie mir nicht, sagte ganz richtig: „Kein Privilegierter gibt freiwillig Privilegien ab.“ Kein Mann sagt also voll chillig: „ Aber sicher Schatzi, geh jetzt doch du einmal raus spielen, während ich hier den Abwasch erledige.“ Die Sache hat George Clooney in dem wunderbaren Film „One Fine Day“ lausbübisch-hinreißend auf den Punkt gebracht. Als ihn eines Morgens seine Exfrau mit der kleinen Tochter an der Hand und den Worten „Du wirst jetzt einmal erwachsen sein und Verantwortungsgefühl beweisen!“ überfällt, sieht er sie mit seinen gefährlichen Schokoschmelz-Augen lange an und sagt:„Du wirst dich vielleicht erinnern. Bei der Rollenvergabe, wer hier das Kind und wer der Erwachsene ist, hast du dich bei den Erwachsenen vorgedrängt.“ Also, liebe Wendy: Hören Sie auf, sich vorzudrängen. Entdecken Sie Ihr inneres Kind. Und wenn Sie es gefunden haben,
schöne Grüße von Mama Melba

Geschätzte Melba!
Betreff: Wo ist Sugardad?

Wenn das Leben ein Beruf ist, dann möchte ich in Bälde kündigen. Auch deswegen: Während meine Freundinnen von ihren aktuellen Männern stets in Luxus gebadet werden, sind die Knaben bei mir nie zu Spesen aufgelegt. Da wird am Wochenende in
südsteirische Schlosshotelsuiten oder in toskanische Klöster gereist, da liegen als Morgengabe Prada-Pantoletten, Etro-Tücher oder sündteure japanische Duftöle auf dem Kissen; da denkt keiner auch nur darüber nach, die Kreditkarte nicht kommentarlos zu zücken, wenn der Pinguin die Rechnung auf dem Silbertablett präsentiert. Meine Freundinnen behaupten, dass mein Aschenputtel-Lifestyle allein meine Schuld ist. Bitte um dringende Gebrauchsanweisungen! Eine in Sack und Asche gehüllte Cinderella

Bedauernswerte Cerentola!
Sie wollen wissen, wie Sie Männer wie Minen zu behandeln lernen? Und warum Sie immer an jene Typen geraten, die auch einmal ein Jausenbrot für eine lange Autofahrt einpacken und angesichts eines Paars obszöner Pumps in einer Vitrine Geräusche gleich einer verendenden Baby-Seerobbe von sich geben, um dann den unsensiblen Satz vom Stapel zu lassen: „Brauchst du die denn wirklich?“ Also Punkt eins: Wenn man mit den Jungs nicht gleich von Anbeginn an Tacheles redet, kann man sie schwer aus den eingelernten Verhaltensmustern wieder rausmanövrieren. Das ist ziemlich genauso wie bei der Kindererziehung. Ein paar Kleinigkeiten: Das Restaurant hat immer er auszusuchen und wenn es unter Ihrem Niveau ist, eine halbe Stunde vor dem Treffen von einem hässlichen Migräneanfall gebeutelt werden. Der Wein darf unter keinen Umständen glasweise geordert werden. Beim Zahlen wippt man mit keiner Wimper. Und das Aller-Allerwichtigste: Immer ausreichend hilflos sein und auf seinen Schutzinstinkten Trampolin springen. Männer lieben dieses idiotische Gefühl, gebraucht zu werden. Und noch eines malen Sie sich hinter die Löffel: Wenn man sich nicht wie eine Diva benimmt, wird man auch nicht wie eine behandelt.
Gutes Gelingen!
Der böse Wolf

Frau Melba!
Betreff: Voll daneben
Ich habe zur Zeit eine echte Arschkarte gezogen. Denn die Meinige hat mir ein Ultimatum gestellt: Entweder Paartherapie oder ab in die Wüste! Sind wir jetzt im Krieg oder was? Jetzt fallt’s mir gerade ein: Im Krieg und in der Liebe sind alle Mittel erlaubt, hab ich irgendwo gelesen. Ich finde: Ein Wochenende mit viel Sex und Kerzenschein kann nicht durch eine Paartherapie aufgewogen werden. Und außerdem: Ich bin ein strikter Gegner dieses Psychoschrotts. Manchmal ist eine Zigarre wirklich nur eine Zigarre und keine Penisprothese oder ein Mutterersatz oder sonst was. Unterstützen Sie mich in meiner Meinung, Baby, Baby please, dann
hätt’ ich was in der Hand und könnt’ mir vielleicht diesen therapeutischen Schmus ersparen.
Ein verzweifelter Cowboy

Hey, Joe!
Die schlechte Nachricht zuerst: Frauen sind wie Pitbullterrier. Wenn sie sich einmal in eine Idee verbissen haben, muss schon eine mittlere Apokalypse eintreten, um sie zum Loslassen zu bewegen. Also tun Sie mir die Freude und ziehen Sie den Kürzeren,
indem Sie in diese Paartherapie wackeln. Es gibt ja wirklich viel Schlimmeres: isolierte Dunkelhaft, Lieder von Dieter Bohlen, verschrumpelte Haut auf dem Kakao. Denn wenn Sie sich jetzt verweigern, ist die Alte (im schlimmsten Fall) über die sieben
Berge, in der milden Variante wird Sie Ihre Weigerung, die Beziehung zu reparieren, als Karte des Triumphs bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ziehen. Und bitte tun Sie mir folgenden Gefallen: Wenn der/die Paartherapeut(in) von Ihnen
wissen will, ob Sie sich noch erinnern können, warum Sie sich in Ihre Partnerin damals verliebt haben (diese Frage kommt wie das Amen im Gebet), tun Sie mir den Gefallen und kratzen Sie sich nicht schweigend und ratlos am Hinterkopf, sondern bereiten
Sie sich einen eindrucksvollen, romantischen Sermon vor. Das wäre nämlich dann schon fast die halbe Miete.
So long, Babe
One Fool For Love

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