Bitch Melbas Herzstation

Erstversorgung für emotionale Knockouts, Scherzmittel für Verzweifelte, Ezzes für Ratlose und Trostpreise für Verzweifelte – alles hier und jetzt.

Hilfe, Melba!
Betreff: Babyrosa Partnerlook

Ich bin geschüttelt, um nicht zu sagen schockiert, jedenfalls völlig von den Socken, wie sich meine beste Freundin, nennen wir sie Berta, aufführt. Ich meine, nicht dass ich ihr kein Glück gönne. Und nicht, dass ich nicht weiß, wie sich das anfühlt, wenn man vom Blitzschlag getroffen wird. Aber jetzt, jetzt wird ihr Verhalten einfach nur mehr zum Wegschauen. Sie hat neuerdings eine kleine Sammlung Plüschbären auf ihrem Schreibtisch stehen, die sie immer wieder mit diesem schafsähnlichen Blick streichelt. Ihr Sachenberger hat ihr die grottenhässlichen Dinger im Prater geschossen. Ganz stolz hat sie mir erzählt, dass sie nachts, wenn er einmal wegen einer Dienstreise nicht bei ihr sein kann, sich das Handy über Stunden unters Ohr klemmt, um ihn atmen zu hören. Und seit gestern ist die ganze Angelegenheit überhaupt in den Irrsinn eskaliert: Ich habe die zwei Turteltäubchen zum Abendessen eingeladen. Und weißt du, liebe Melba, wie sie erschienen sind? Im Partnerlook. Ich dachte,
Partnerlook ist das, was man in den Siebzigerjahren das letzte Mal noch überhaupt tragen durfte. Er und sie in babyrosa Sweatshirts, jeweils geschmückt mit dem Foto des anderen. Liebe Melba, das ist doch alles nicht mehr normal! Und: Bin ich nicht als gute Freundin verpflichtet, sie aus diesem geistigen Tief zu befreien?
Deine Rosi aus Tulln (auch nicht mein richtiger Name)

Liebe Nicht-richtige-Rosi!
Hormone sind Fetzenschädel. Sie stellen mit den Menschen furchtbare Dinge an, indem sie sie zum Beispiel in diese geistigen Amöbenzustände befördern. George Bernard Shaw (ein Dramatiker) beschrieb das Verliebtsein als die ungebührliche Überschätzung eines Menschen gegenüber dem Rest der Welt. Gib deiner Haha-Berta zwei, drei Monate, dann wird sie ohnehin von selbst wieder in die Ausnüchterungszelle der
Liebe gleiten. Und der babyrosa Typ wird ihr dann nicht mehr vorkommen wie ein genetischer Lottosechser, gezeugt von Superman und Wonderwoman. Aber bei einer Causa muss ich dir völlig Recht geben: Partnerlook geht gar nicht – das ist mindestens genauso schlimm wie ein Bacardi-Cola oder ein Wackeldackel im Auto. In diesem Punkt muss man sie mit Kritik konfrontieren. Und: Mach dir keine Sorgen, die zwei Happy-Deppy-Deppen sind sowieso so benebelt, dass sie dir deine kritischen Anmerkungen nicht übel nehmen werden.
Deine richtige Melba

Hey, Missis Melba!
Frage: Warum geht diese Nummer so suprig rein?

Ich habe einen neuen Überschmäh bei den Weibern. Den hat mir ein Psychotherapeut auf einer Sesselliftfahrt in der Hinterglemm verraten. Also, der geht so: Gleich nach dem Andocken bei so einer suprigen „Oiden“ komme ich mit der „Ich-bin-eigentlichnoch-gar-nicht-so-weit“-Nummer. Ich spiele den Beziehungs-Waidwunden, der gerade eben von der Liebe seines Lebens verlassen wurde. Gleich nach dem ersten Kuss breche ich im Anflug ab, beiße auf meine bebenden Lippen und flüstere nahezu tonlos: „Es tut mir so wahnsinnig leid, aber ich kann einfach nicht.“ Spätestens dann werden sie richtig heiß. Jetzt meine Fachfrage an Sie und Ihre Liebesuniversität: Wie ist dieser Irrsinn eigentlich logisch zu begründen? Oder sind die Damen einfach nur unlogisch oder, vielleicht etwas härter formuliert, naturdeppert?
Howdie, der Joe!!!

Hey, Joe!
Nun ja, sie wollen Sie retten. Das Krankenschwester-Syndrom. Der Florence-Nightingale-Komplex. Haben Sie den Film „Some Like It Hot“ gesehen? Tony Curtis verklickert Marilyn Monroe, dass er eigentlich an männlicher Frigidität leidet und sich bei ihm beim Küssen nichts tut. Rein gar nichts. Und das ist natürlich der beste Weg, um bei Marilyn wie eine Bombe zu landen. Offensichtlich zieht die Nummer auch bei Ihnen.Wahrscheinlich wurden die Damen zuvor von einem gut aussehenden Macho schlecht behandelt, das macht sie dann reif für ein Sensibelchen“ Ihres Schlags. Die Sesselliftfahrt war für Sie ein echter Hauptgewinn. Allein wären Sie nämlich nie auf diesen Taschenspielertrick gekommen. Überziehen Sie die Angelegenheit aber nicht ins Uferlose, sonst zeigt Ihnen das Leben vielleicht noch den Mittelfinger! Bye-bye und fallen Sie mir nicht. Madame M.


Frau Melba!
Betreff: Männer und Frauen – brrrr!
Die Meinige hat mich gefragt, wie ihr die Hose, die sie sich in einer überteuerten Innenstadt-Boutique gekauft hat, steht. Und ich hab’ wahrheitsgemäß geantwortet: „Die macht irgendwie keinen optimalen Hintern.“ Na, mehr hab’ ich nicht gebraucht. „Du findest also, dass ich einen lausigen Hintern habe“, hat sie gebrüllt. Ich meine, warum fragt sie mich eigentlich, wenn sie die Wahrheit gar nicht wissen will? Und
mich dann noch bestraft: mit tagelangem Sex-Embargo. Ich verstehe jetzt bald langsam gar nichts mehr.
Ein Herr

Lieber Herr!
Während Frauen häufig um ihr Leben reden, um ja nichts zu sagen, erschüttert uns beim Mann oft der eklatante Mangel an Diplomatie, auch Ehrlichkeit genannt. Ich kann Ihnen in dieser Causa nur ein Zitat von Maximilian Schell mit auf den Weg geben: „Es kommt im Leben eines Mannes irgendwann der Moment der Wahrheit, und dann heißt es lügen, lügen, lügen.“ Noch Fragen?


Liebes Fräulein Melba!
Betreff: Sexual-Knigge

Egal, wer ich bin, liebes Fräulein Melba. Will nur wissen, wie oft ich noch mit einem Mann essen gehen muss, bis er endlich mit mir ins Bett geht. Ich habe schon sieben Nahrungsaufnahmen in eigenartigen Ethno-Restaurants (inklusive isländischen Rentierschmauses und marokkanischen Tagin-Gelages) hinter mir und er bringt mich noch immer nur zum Taxi und haucht ein verlegenes „ Also, dann bis irgendwann einmal“. Das nervt. Und ist langsam grob unhöflich. Schließlich bin ich eine Frau und will auch dementsprechend behandelt werden.
Ratlos und verzweifelt

Liebe Egal-wer!
Geben Sie ihm noch eine Chance, eine einzige. Und dann attackieren Sie am Schluss. Vielleicht war er ja nur zu schüchtern. Und hat sich vor Ihrer Zurückweisung gefürchtet. Wenn er dann nicht wie wild zurückküsst, schicken Sie ihn ohne Reiseproviant in die Wüste.
Mazeltov, Ihre Melba.

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