BITCH MELBAS HERZSTATION

Willkommen in der Herzstation! Diesmal auf dem Problemradar: Lieben auf der zweiten Spur, Schwächeanfälle des Dingsda und eine sehr laut tickende Bio-Uhr.

Betreff: Mätressen-Alarm
Liebe Melba!
Die Verzweiflung hat einen Namen. Sie heißt Susi, was zufällig auch mein Vorname ist. Ich weiß nicht mehr ein noch aus. Seit eineinhalb Jahren geht das schon mit diesem Mann. Er ist verheiratet. Was mich am Anfang nicht gestört hat. Schließlich konnte ich so ungestört mein eigenes Leben leben. Und alle Vorteile einer Beziehung genießen, die nie in Gefahr schwebte, im Alltagstrott zu versauern. Auch hat diese Heimlichtuerei einen gewissen erotischen Kick. Jetzt habe ich diese Situation zunehmend satt. Ich will mit jemandem aufwachen und auch nicht mehr jedes Wochenende allein verbringen. Wenn ich das zur Sprache bringe, reagiert mein Freund sehr ausweichend und meint, dass jetzt für ihn ein sehr ungünstiger Zeitpunkt für eine Scheidung wäre.
Wie soll ich mich verhalten?
Eine Susi am Rande des Nervenzusammenbruchs

Liebes Fräulein Verzweiflung!
Ich kann nur aus meiner statistisch bedingten Erfahrung, was Freundinnen in ähnlichen Situationen betrifft, sagen: Wenn er seine Frau bis jetzt noch nicht verlassen hat, wird er sie nie verlassen. Warum auch? Es gibt einen offensichtlich funktionierenden Beziehungsalltag und es gibt Sie - das funkelnde, knisternde Paralleluniversum. Das ist unglaublich bequem für den Pendler - so sind alle seine Bedürfnisse abgedeckt und er kann sich auf der einen Baustelle von der anderen erholen. Wenn Sie leiden, was Sie ja seit einiger Zeit offensichtlich tun, kann ich Ihnen nur raten, es mit einem Ultimatum zu versuchen. Und wenn er darauf nicht reagiert, aus der Nummer rauszugehen. Schließlich hat man - egal in welchem Alter - vor allem eines nicht zu verlieren: Zeit und Würde.
Denken Sie vor allem an eines - an sich.
Viel Kraft wünscht Ihre Melba

Betreff: Sehr sensibel
Geschätzte Frau Melba!
Ich habe mich verliebt, nach sehr langer Zeit wieder einmal. Der Mann ist ein Geschenk des Himmels: klug, witzig, gebildet, durchaus auch erfolgreich. "Warum belästigen Sie mich dann?", werden Sie jetzt zu Recht fragen. Schließlich ist das Glück nicht Ihr Geschäft. Nun ja, unter uns: Er ist sehr, fast zu sensibel. Im Klartext: Es läuft im Bett nicht so tosend. Mangelnde Standfestigkeit, dementsprechend hochgradige Nervosität, ein echter Eiertanz. Mittlerweile sind wir beide schon dermaßen eingekrampft, dass wir es vor lauter Angst, zu scheitern, gar nicht erst versuchen. Das ist natürlich auch kein Dauerzustand. Wie soll ich mich verhalten?
Katharina, die Kleinlaute

Liebe Katharina!
Das kommt in den besten Familien vor. Und ist prinzipiell kein Grund zur Panik. Oft sind Erektionsstörungen ja wirklich nur psychisch bedingt. Vielleicht steht der Mann ja unter Stress, beruflichem Druck etc. Also: Machen Sie ihm einmal keinen Druck, aber errichten Sie auch keine Schweigemauer um das Thema. Vielleicht nimmt er ja auch Medikamente wie Antidepressiva, die bekannterweise einen negativen Einfluss auf die Libido haben. Auf alle Fälle werfen Sie Ihr Glück deswegen nicht über Bord, denn so reich ist die zwischengeschlechtliche Marktwirtschaft an liebesfähigen Männern, die auch für das bebaute Gebiet geeignet sind, nun auch wieder nicht. Vielleicht sollte der Mann einmal zum Urologen oder zu einem Psychotherapeuten gehen, um die Ursachen für seine - hoffentlich nur temporäre - Schwachstelle auszuloten.
Gutes Gelingen!
Melba

Betreff: Ticktack - biologische Uhr
Hilfe!
Ich bin 38 und zurzeit mit einem Mann zusammen, der möglicherweise eher eine Kompromisslösung zwischen Leidenschaft und Vernunft ist. Das klingt verdammt hart, ist aber nur ehrlich, wenigstens hier möchte ich das sein. Aber ich will unbedingt ein Kind. Und ich habe definitiv nicht mehr alle Zeit dieser Welt.
Edith

Liebe Edith!
Ich kann Ihnen nur raten: Hören Sie jetzt damit auf, später zu sagen. Wenn der Mann halbwegs satisfaktionsfähig ist und auch bereit wäre, der Vater Ihres Kindes zu werden, dann probieren Sie's doch einfach mit ihm. Es können nicht alle Männer in der Liebesbiografie Kernerschütterer sein, sonst wäre man bereits im Irrenhaus oder zumindest Dauergast auf dem Arbeitsamt. Und mit großer Wahrscheinlichkeit sind die Kernerschütterer gar nicht die optimalen Väter. Da brauchen es einen verlässlichen Mann, der auch keine Kastrationsängste entwickelt, wenn er einmal mit dem Stabmixer Bananen zu pürieren hat. Also - Fortpflanz volle Kraft voraus!
Halten Sie mich auf dem Laufenden
Mama Melba

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