Bis Frauen absolut gleichberechtigt sind, dauert es noch 257 Jahre

Gleichstellung

Dass es in vielen Ländern bezüglich Gleichstellung noch ziemlich trist ausschaut, wird wohl niemanden überraschen. Der kürzlich veröffentlichte Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeigte nun aber, dass es vermutlich noch mehr als 250 (!) Jahre dauern wird, bis Frauen finanziell tatsächlich gänzlich gleichgestellt sind.

Traurige Aussichten

Im Zuge der Studie untersuchte man 153 Länder weltweit anhand unterschiedlicher Kriterien, um die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu messen. Das Ergebnis: Bis Frauen tatsächlich absolut gleichberechtigt sind, wird es rund 257 Jahre dauern – also länger als man noch im Vorjahr schätzte (da waren es 202 Jahre). "Niemand von uns wird die Gleichstellung der Geschlechter noch erleben – wahrscheinlich nicht einmal unsere Kinder“, heißt es im Report. Bis die Geschlechterlücke in der politischen Repräsentanz geschlossen ist, sind es laut Studie immerhin "nur noch" 95 Jahre.

Spitzenreiter Island

Im allgemeinen Ranking hat Island wenig überraschend (gilt das isländische Gesetz zur Lohngleichheit ja weithin als Vorbild) die Nase vorn (wie es in Island in Sachen Gleichberechtigung genau ausschaut, berichteten wir vor kurzem). Danach folgen Norwegen, Finnland, Schweden, Nicaragua, Neuseeland, Irland, Spanien, Ruanda und Deutschland.

Gender Gap Report 2020

Die letzten Plätze belegen Jemen, Irak, Syrien und Pakistan.

Österreich auf Platz 34

Österreich liegt im allgemeinen Ranking auf Platz 34, das ist immerhin drei Plätze weiter oben als noch 2016 (>>> wir berichteten), so haben wir uns in puncto Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern in den letzen Jahren zumindest ein bisserl verbessert. Beim allerersten Ranking 2006 stand Österreich allerdings noch auf Platz 27.

Österreich in der Bildung ganz vorn

Die im Vergleich zum Vorjahr bessere Platzierung kommt einerseits daher, dass in Österreich nun mehr Frauen in Regierung und Parlament vertreten sind. Zum anderen, weil wir Spitzenreiter beim Zugang zu Bildung sind: Gemeinsam mit 34 anderen Staaten belegt Österreich hier Platz eins.

Keine Gleichberechtigung in der Wirtschaft

Auffallend weit hinten steht Österreich in Sachen Gleichberechtigung in der Wirtschaft: Hier liegen wir lediglich auf Platz 86. Bei der Lohnschere, also der Bezahlung für gleiche Leistung, liegt Österreich sogar auf dem ernüchternden 108. Platz. Wirft man einen Blick darauf, wie viele Frauen in Österreich in Unternehmen in Spitzenpositionen zu finden sind, kommt man auf einen Anteil von 19,2 Prozent. In Aufsichtsräten und Vorständen gibt es nur wenige Länder, die mehr als ein Drittel Frauenanteil aufweisen können: Zu diesen zählen Frankreich, Island, Norwegen Schweden und Deutschland.

 

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