Bis 2030 soll keine Frau mehr an Brustkrebs sterben

Die Privatstiftung für Brustgesundheit hat eine große Vision, und ruft zu privaten Spenden auf, um das Thema Brustkrebs zu unterstützen.

5.500 Brustkrebs-Neuerkrankungen gibt es pro Jahr. Das heißt, das jede 8. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken wird. Die Überlebenschancen dabei werden immer besser, Brustkrebs ist heute kein Sterbeurteil mehr, und das vor allem aufgrund von Forschung. Die Brustkrebs-Sterberate nahm im letzten Jahrzehnt um 20 Prozent ab, und soll das in Zukunft kontinuierlich weiter tun.

Bis 2030 soll keine Frau mehr an Brustkrebs sterben

Die Privatstiftung für Brustgesundheit hat eine große Vision, denn sie möchte, dass in 13 Jahren die Forschung so weit ist, dass keine Frau mehr an Brustkrebs sterben muss. Im Moment werden 100 Prozent der Mittel in Forschung investiert, da in den letzten Jahren schon große Ziele erreicht wurden: 2005 wurde ein kostenloses Untersuchungs- und Beratungssystem für Frauen mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs durchgesetzt und auch das öffentliche Bewusstsein für Prävention (weiterlesen: Johanna Setzers Geschichte mit Brustkrebs) und Vorsorgeuntersuchungen ist durch Kampagnen bereits stark gestiegen. Doch nun geht es an's Eingemachte: Die Privatstiftung für Brustgesundheit ist die einzige österreichische Stiftung, die ihre Mittel zu 100 Prozent in die Brustkrebsforschung investiert.

Aufforderung zu privaten Spenden

Univ.-Prof. Dr. Christian Singer, Spezialist für klinisch-translationelle gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien ortet einen Finanzierungsmangel in der heimischen Forschungslandschaft: "Der Staat kann nicht in dem Ausmaß investieren, wie es notwendig wäre. Die öffentlichen Mittel werden sogar immerweniger. Gleichzeitig steigen die Preise für Medikamente und neue Forschungsmethoden."

Auch Förderung durch die öffentliche Hand

Das Wissenschaftsministerium nimmt diesen Engpass nicht so wahr: "Insgesamt ist eine positive Entwicklung der Forschungslandschaft in Österreich festzustellen, wozu auch private Initiativen und Finanzierungen durch Private und Unternehmen beitragen", wie Vera Pürerfellner, Pressepsrecherin des Bundesministers meint. Auch bei der öffentlichen Hand ist Krebsforschung eine Priorität: An den öffentlichen medizinischen Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz wurden Comprehensive Cancer Centers etabliert, wo Versorgung der PatienenInnen und Forschung Hand in Hand gehen. Die Mittel werden von den Universitäten autonom verwaltet. Durch einen Forschungsschwerpunkt auf "Personalisierte Medizin" sollen jedem Patienten passgenaue Präventionsmaßnahmen und therapeuthische Strategien angeboten werden können und in weiterer Folge die Gesundheitskosten gesenkt werden. Durch den Wissenschaftsfonds FWF wurden in den letzten 3 Jahren 10 Projekte über Brustkrebs gefördert. Mit einer F&E-Quote von 3,07 Prozent liegt Österreich deutlich über dem EU-Schnitt von 2,04 Prozent.

Brustkrebs keine ausreichende Priorität

Laut Dr. Christian Singer ist das nicht genug. Trotz diesen Zahlen ist die Privatstiftung für Brustgesundheit auf private Spender angewiesen, um ihr Ziel, dass bis 2030 keine Frau an Brustkrebs stirbt, erreichen zu können. Daher haben sie aktuell eine Kampagne ins Leben gerufen, um zum Spenden aufzurufen. Testimonial der Kampagne ist die Künstlerin Barbara Wallner. Das Sujet soll den Moment darstellen, in dem einem durch die Brustkrebsdiagnose gefühlsmäßig der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

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