Birnen

Vor rund 4.000 Jahren sollen die ersten Kulturbirnen ihren Weg von Persien nach Europa gefunden haben. Das hohe Alter merkt man dem Kernobst aber nicht an. Denn die Birne hat heute wie damals Hochsaison in der süßen und pikanten Herbstküche. Wir verraten Ihnen die wichtigsten Fakten und besten Rezepte.

Birnen sind heute das ganze Jahr über erhältlich. Schon im Winter liegt die Ware aus Südamerika im Supermarkt. Im Frühsommer kommen die ersten europäischen Birnensorten aus Spanien und Italien auf den Markt. Mitte August finden sich schließlich die ersten heimischen Birnen in den Obstregalen. Österreichische Früchte werden bis Ende September geerntet und sind bis Dezember erhältlich. Grund genug, sie nicht nur in süßen Gerichten, sondern auch als pikante Beilage zu salzigen Speisen einzusetzen.

Schmalz, Apotheke oder Flasche?
Die weiß blühenden Birnenbäume zählen zur Familie der Rosengewächse und können bis zu 15 Meter groß werden. Ihre Früchte sind rund oder länglich, gerade oder gebogen, ihre Schalen leuchten in gelben, grünen, roten oder orangen Farbtönen. Die Vorfahren der uns bekannten kultivierten Birnensorten sind übrigens Wildbirnen, die auf struppigen, dornigen Bäumen wuchsen.


Das süße Obst lässt sich grob in zwei Geschmacksorten einteilen: Butter- und Schmalzbirnen. Erstere sind an ihrem saftigen und völlig schmelzenden Fruchtfleisch erkennbar, Schmalzbirnen haben dagegen schmelzendes oder fast schmelzendes Fruchtfleisch. Betrachtet man nur die Form der Früchte, kann nach länglichen Flaschenbirnen, rundlichen Bergamott- oder Kochbirnen und eher unregelmäßig geformten Apothekerbirnen unterschieden werden.


Das Fruchtfleisch des Kernobstes ist saftig, je nach Sorte süß bis säuerlich im Geschmack und mehr oder weniger gekörnt.

Zusatznutzen
Der geringe Anteil an Fruchtsäure macht das Obst besonders gut verträglich. Dank des hohen Zuckergehalts ist es auch bei Kindern beliebt. Birnen glänzen außerdem mit einem hohen Kalium- und Folsäuregehalt und wirken entwässernd sowie verdauungsfördernd.

... Birnenbäume im Mittelalter von den Germanen als Symbol für Kraft und Alter verehrt wurden?
... Birnenzweige einst genutzt wurden, um mutmaßliche Hexen zu vertreiben?
... zur Hochzeit der Birne in Europa (18./19. Jahrhundert) rund 2.500 verschiedene Sorten gezählt wurden?
... die Williams Christ die meistproduzierte Birnensorte der Welt ist? 30 Prozent der Birnenernte entfällt auf diese Sorte.
... Birnen gut mit Salat, Nüssen, Käse oder Wild harmonieren?
Beim Birnenkauf sollten Sie die Reife der Früchte testen. Meist werden im Handel Birnen angeboten, die noch nicht genussreif sind und so während der Lagerung in der Wohnung etwas nachreifen können. Reif sind die Früchte, wenn das Fruchtfleisch bei Druck nachgibt – Birnen sind dann besonders druckempfindlich und können deshalb schneller verderben.

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