"Bipa" erhält rechten Shitstorm wegen neuen Werbespots

Weil in der neuen "Bipa"-Werbung eine Frau mit Kopftuch zu sehen ist, laufen rechte Hassposter derzeit Sturm.

Über die neue "Bipa"-Werbung mit dem Slogan "Weil ich ein Mädchen bin" wird seit Tagen diskutiert - und zwar darüber, ob es okay ist, Frauen als Mädchen zu bezeichnen und sie damit zu verniedlichen. Doch manche stören sich an etwas ganz Anderem im Spot: einer Frau mit Kopftuch.

Wie derStandard.at berichtet, ist ein rechter Shitstorm wegen des neuen "Bipa"-Spots ausgebrochen, da darin eine selbstbewusste, junge Frau mit Kopftuch zu sehen ist. Die rechte Hetz-Seite unzensuriert.at titelte folgendermaßen: "Nach Halal-Fleisch bei Merkur wirbt Rewe nun mit Kopftuch bei Bipa".

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens finden sich seitdem dutzende Hasskommentare und wütende Postings. "Toll, dass ihr die fortschreitende Islamisierung feiert!", kommentiert etwa eine Userin. Oder etwa: "REWE kann es nicht lassen. Feminismus-Schwachsinn aka Sozial-Marxismus, Pro-Islamisierung (Geben Ihnen die Wahhabis aus Saudi-Arabien eigentlich Geld dafür? Wenn nicht ist das REWE-Management dämlicher als ich dachte.)"

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Die Reaktion der Firma: "In unserer neuen Kampagne kommen viele unterschiedliche Sujets und Testimonials zum Einsatz, um die Vielfältigkeit unserer Kundinnen und Kunden quer durch die österreichische Gesellschaft darzustellen. Religiöse oder politische Statements sind nicht das Thema der Kampagne." Die Agentur Serviceplan Austria, die die Kampagne produziert hat, hat laut dem Online-Magazin "Vice" auf Facebook von unzensuriert.at als der "Startseite aller Gehirnamputierten Österreichs" gesprochen haben. Der Beitrag wurde jedoch wieder gelöscht.

Doch auch positive und differenziertere Kommentare finden sich unter dem Spot: "Ich als Bübchen finde die neue Werbelinie sehr gelungen. Und kann die Aufregung hier nur staunend zur Kenntnis nehmen. Ein Kopftuch ist kein Grund, einen Puls von 180 zu bekommen. Danke BIPA, für eine Geschichtenerzählung, die nicht ausschließt, sondern darstellt, was ist", schreibt ein User.

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