Billie Eilish spricht offen über Selbstverletzungen

Im Rahmen einer Mental Health-Kampagne erzählt die Sängerin, dass sie sich als 12-Jährige geritzt hat. Heute möchte sie mit ihrer Geschichte ihren Fans Mut machen.

Billie Eilish

"Manchmal sehe ich Mädchen bei meinen Shows, die Narben auf ihren Armen haben und es bricht mir das Herz", so die US-Sängerin aktuell im Rahmen einer Mental Health-Kampagne. Der Anblick treffe sie jedes Mal besonders hart, weil auch Billie einmal eines dieser Mädchen war, wie sie jetzt erstmals offen erzählt.

Nach Hilfe zu fragen ist keine Schwäche

Billie Eilish scheint sich ihrer Strahlkraft als international gefeierte Sängerin bewusst zu sein. Nach wichtigen Messages zu Selbstbestimmung und Bodyshaming spricht die 17-Jährige aktuell im Video zur "Seize the Awkward"-Kampagne über ihre ganz persönlichen Herausforderungen mit mentaler Gesundheit. Sie erzählt von dem hohen Druck im Business, ihrer Vergangenheit mit Ritzen und will in aller Deutlichkeit vermitteln: Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche.

"Ich glaube, wenn Leute immer hören: 'Achte gut auf deine mentale Gesundheit', dass sie dann denken, dass das ja eh sowieso jeder tut, doch das stimmt so nicht. Weißt du? Ich selber versuche noch besser darin zu werden, dass es mir gut geht. Wenn du nach Hilfe fragst, lässt es dich nicht schwach aussehen. Das tut es wirklich nicht. Es lässt dich auch nicht schwach aussehen, wenn du einen Freund darum bittest, zur Therapie zu gehen", stellt sie in dem Video klar.

Zeitgleich zu der Mental Health-Kampagne ziert Billie auch das Cover der US-Version vom Rolling Stone-Magazin. In der dazugehörigen Coverstory spricht sie über ihre Probleme und Sorgen: Als Teenager habe sie sich die Wachstumsfuge in der Hüfte gerissen, daraufhin ein Tanzverbot verhängt bekommen, was sie in ein depressives Loch fallen ließ: "Ich denke, da fing die Depression an. Es verbannte mich in ein Loch. Ich ging durch eine Selbstverletzungsphase - da müssen wir nicht näher drauf eingehen", erzählt sie.

Obwohl wenig später ihr Durchbruch folgte, konnte die damals 14-Jährige ihren Erfolg nicht so richtig genießen. Rückblickend erinnert sie sich nur an ihren schlechten mentalen Zustand, wie sie selbst sagt: "Wie komplett verzweifelt und verwirrt ich war. 13 bis 16 war ziemlich hart. (...) Ich war nicht so selbstbewusst. Ich konnte nicht sprechen und einfach normal sein. Wenn ich darüber nachdenke oder Bilder von mir von damals sehe, ich fühlte mich gar nicht okay mit der Person, die ich war."

Sie selbst habe heute keine sichtbaren Narben mehr an den Händen, weil es schon so lange her ist. Die Erinnerungen an die schlimme Zeit bleiben dennoch, erzählt sie. Ein umso größeres Anliegen sei es ihr deshalb, ihren jungen Fans Mut zu machen. "Ich sage zu den Girls bei meinen Konzerten: ‚Sei nett zu dir selbst.‘ Weil … Ich weiß eben, wie es ist. Ich war an diesem Ort. Ich war an einem schlechten Platz. Es war alles zu viel für mich. Ich selbst war zu viel für mich."

 

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