Bildungskarenz, Sabbatical und Co.: Was ist was - und wo ist der Unterschied?

Unzufrieden im Job? Oder die Lust, Neues zu lernen? Wir haben alle Möglichkeiten, sich beruflich zu verändern und weiterzuentwickeln, zusammengefasst.

Bildungskarenz: Anspruch, Voraussetzungen, Pflichten

Wieso: Fortbildung in Absprache mit dem/der ArbeitgeberIn zur Weiterbildung mit anschließender Rückkehr ins Unternehmen. Nachholen von Abschlüssen, Fremdsprachenschulungen, vertiefende Schulungen im eigenen Arbeitsgebiet (Höherqualifizierung).

Wann: Innerhalb von vier jahren können insgesamt zwölf Monate Bildungskarenz zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn vereinbart werden. Dabei kann das Jahr durchgehend genommen werden, kann aber auch in Teilen verbraucht oder mit einer Bildungsteilzeit kombiniert werden. Mindestdauer: zwei Monate.

Finanzielle Unterstützung: Während der Bildungskarenz erhält man vom Arbeitsmarktservice Weiterbildungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes, mindestens jedoch 14,53 Euro täglich.

Voraussetzung: Erfüllung des Anspruches auf Arbeitslosengeldes, seit mindestens sechs Monaten ununterbrochen im Unternehmen; für Saisonkräfte bestehen Sonderregelungen, über die das AMS direkt Auskunft gibt; Nachweis der Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden oder einer vergleichbaren zeitlichen Belastung (Ausnahme: bei Betreuungspflicht für ein Kind unter 7 Jahren mindestens 16 Wochenstunden, sollte keine längere Betreuungsmöglichkeit vorhanden sein); bei einem Studium Nachweis über 8 ECTS-Punkte oder alternativ anderer Erfolgsnachweis (Diplomprüfung) - andernfalls Einstellung oder Rückforderung des Weiterbildungsgeldes.

 

Bildungsteilzeit: Anspruch, Voraussetzungen, Pflichten

Was: Herabsetzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit um mindestens 25 und maximal 50 Prozent. Die Normalarbeitszeit darf dabei 10 Stunden nicht unterschreiten und das Dienstverhältnis muss nach wie vor über der Geringfügigkeitsgrenze entlohnt sein.

Voraussetzung: Wie bei der Bildungskarenz muss ein seit mindestens sechs Monaten durchgehendes Arbeitsverhältnis bestehen. Ausbildung im Ausmaß von mindestens 10 Wochenstunden oder einer vergleichbaren zeitlichen Belastung; Nachweis über 4 ETCS-Punkte im Falle eines Studiums. Innerhalb von vier Jahren kann eine Bildungsteilzeit über maximal zwei Jahre abgeschlossen werden, sie kann jedoch mit einer Bildungskarenz kombiniert werden.

Finanzielle Unterstützung: Das Bildungsteilzeitgeld beträgt 0,80 Euro pro voller Arbeitsstunde, um die die wöchentliche Normalarbeitszeit reduziert wird (dh eine Reduktion um 10 Stunden ergibt einen täglichen Anspruch von 8 Euro). Somit wird in Kalendermonaten mit 30 Tagen bei etwa einer Reduktion der Arbeitszeit um 50 Prozent der Normalarbeitszeit (von 40 auf 20 Stunden) Bildungsteilzeitgeld in der Höhe von monatlich 480 Euro bzw. bei Reduktion der Arbeitszeit um 25 Prozent (um 10 Stunden) in der Höhe von monatlich 240 Euro ausbezahlt.

Sabbatical: Anspruch, Voraussetzungen, Pflichten

In Österreich gibt es für die Berufsgruppen der öffentlich Bediensteten die Möglichkeit, ein Sabbatical (Freijahr) zu nehmen. Diese berufliche Auszeit ist nicht an eine Weiterbildung gekoppelt. Voraussetzungen sind, dass keine dienstlichen Gründe dagegensprechen und die/der Bedienstete bereits eine bestimmte Zeit im öffentlichen Dienst gearbeitet hat. Während eines Freijahres bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen – auch kürzere Auszeiten, zum Beispiel mehrere Monate, können vereinbart werden. Für die Ansparung wird eine Rahmenzeit vereinbart, während derer die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter nur einen Teil des üblichen Monatsbezugs erhält. Zum Beispiel: Während einer fünfjährigen Rahmenzeit werden 80 Prozent des Monatsbezugs ausbezahlt, dafür kann ein Jahr Auszeit genommen werden.

Auch in der Privatwirtschaft können grundsätzlich befristete berufliche Auszeiten (Sabbaticals) vereinbart werden, allerdings gibt es dafür keine gesetzlichen Grundlagen.

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