Bildungskarenz: Jung, weiblich und urban

2013 wurde die Möglichkeit zu Bildungskarenz und Bildungsteilzeit eingeführt. Seitdem nehmen vor allem junge Frauen aus Großstädten das Angebot, sich weiterzubilden, an.

Die Bildungskarenz ist die finanziell vom AMS bezuschusste Möglichkeit, sich bis zu zwölf Monate vom Job freistellen zu lassen und in diesem Zeitraum weiterzubilden. Erst in den vergangenen Jahren hat die Bildungskarenz an Attraktivität gewonnen: 2011 waren es knapp 7.000 Menschen, 2016 knapp über 9.000, die das Angebot in Anspruch nahmen. Auf besonderes Interesse stoßen Bildungskarenz und -teilzeit in Wien und Oberösterreich, knapp 28 Prozent der Fälle kommen aus der Bundeshauptstadt. Was die Branchen angeht, liegen das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Warenproduktion an erster Stelle.

Junge Frauen nehmen Bildungskarenz verstärkt in Anspruch

Auffällig ist, dass knapp 60 Prozent der BezieherInnen von Weiterbildungsgeld im Jahr 2016 Frauen waren - und zwar junge: Knapp zwei Drittel der Personen, die in Bildungskarenz gehen, sind unter 35 Jahre alt, bei der Teilzeit sind es sogar fast drei Viertel.

Bildungskarenz: geförderter Ausstieg aus dem Berufsleben, der für Weiterbildung genutzt werden muss. Vorraussetzung für den Erhalt von Weiterbildungsgeld (in Höhe des Arbeitslosengeldes) ist der Besuch einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Stunden pro Woche oder ein Studium. Maximal können innerhalb von vier Jahren zwölf Monate geförderte Bildungskarenz in Anspruch genommen werden.

Bildungsteilzeit: Möglichkeit der Reduktion der Arbeitszeit um 25 bis 50 Prozent. Der Gehaltsentfall wird mit einer stattlichen Leistung kompensiert, deren Höhe sich nach dem Ausmaß der Reduktion bemisst. Wird etwa statt 40 nur noch 20 Stunden gearbeitet, gibt es gut 470 Euro dazu. Leistungsanforderungen sind ähnlich wie bei der Bildungskarenz.

Zum Infoblatt des AMS. Weitere, ausführliche Informationen auch auf der Seite der Arbeiterkammer zum Thema Bildungskarenz und -teilzeit.

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