Bildungskarenz

Sie möchten sich weiterbilden und zusätzliche Qualifikationen erwerben, haben neben der Arbeit aber kaum Zeit dafür? Sie können mit Ihrem Arbeitgeber eine Bildungskarenz vereinbaren und sich so voll auf Ihre zusätzliche Ausbildung konzentrieren.

Die Bildungskarenz ermöglicht Arbeitnehmern, sich bei bestehendem Arbeitsverhältnis zur Weiterbildung freistellen zu lassen. Diese Freistellung muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden. Auf Bildungsfreistellung besteht kein Rechtsanspruch.

Wird Bildungskarenz zwischen 1.8.2009 und 31.12.2011 vereinbart, ist sie bereits nach einer ununterbrochenen Beschäftigung von sechs Monaten möglich - statt bisher nach 12 Monaten. Die Mindestdauer wurde von drei auf zwei Monate gesenkt. Wird die Bildungskarenz in Teilen in Anspruch genommen, muss jeder Teil nun lediglich zwei Monate umfassen. Wie bisher ist der Verbrauch in einzelnen Teilen innerhalb von vier Jahren möglich. Maximal gibt es 12 Monate geförderte Bildungskarenz.
Für ab dem 1.1. 2012 vereinbarte Bildungskarenzen wird - vorbehaltlich allfälliger Gesetzesänderungen - wieder eine Mindestbeschäftigungsdauer von einem Jahr vorausgesetzt. Auch die Mindestdauer einer Bildungskarenz (eines Bildungskarenzteils) wird wieder drei Monate betragen.

Was als Aus- oder Weiterbildung gilt
Es sind Aus- und Weiterbildungen im In- und Ausland möglich. Nicht akzeptiert werden Kurse aus dem Freizeit- und Hobbybereich ohne beruflichen Bezug. Seit 2008 muss der Besuch einer Weiterbildungsmaßnahme im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden oder einer vergleichbaren zeitlichen Belastung schriftlich nachgewiesen werden. Ein Studium, die Berufsreifeprüfung uvm. gelten automatisch als 20 Wochenstunden. Für Eltern mit Betreuungspflichten für Kinder unter sieben Jahren genügt grundsätzlich der Nachweis über 16 Wochenstunden.

So viel Unterstützung gibt es
Seit 1.1.2008 wird in der Zeit der Bildungskarenz "Weiterbildungsgeld" in der Höhe des Arbeitslosengeldes gewährt, auf das Sie Anspruch hätten. Weiters ist ein Zuverdienst im Ausmaß der geringfügigen Beschäftigung erlaubt.

Was noch zu beachten ist
Während der Bildungskarenz sind Sie kranken-, unfall- und pensionsversichert. Es besteht kein gesetzlicher Kündigungsschutz wie bei Elternkarenz. Für die Zeiten der Bildungskarenz besteht auch kein Anspruch auf Sonderzahlungen, der Urlaubsanspruch wird anteilig verkürzt. Auch für Ansprüche, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten (z.B. Abfertigung Alt), zählt die Bildungskarenz nicht.

Antragstellung und Auszahlung
Der Antrag auf Bildungskarenz ist bei der jeweils zuständigen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (Wohnbezirk) zu stellen. Das Weiterbildungsgeld kann frühestens ab dem Tag der Antragstellung zuerkannt werden.

Auch Saisonarbeitskräfte haben die Möglichkeit, Bildungskarenz in der Dauer von zwei Monaten bis zu einem Jahr zu vereinbaren. Das bestehende Arbeitsverhältnis muss jedoch ununterbrochen seit drei Monaten andauern, zudem müssen innerhalb eines Zeitraumes von vier Jahren vor Antritt der Bildungskarenz befristete Arbeitsverhältnisse zu diesem Arbeitgeber von insgesamt mindestens sechs Monaten vorliegen.

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