Bildschirmarbeit

Arbeiten mit dem Computer gehört heutzutage zum Alltag. Beinahe in jeder Branche sind flimmernde Bildschirme am Arbeitsplatz zu finden. Die Gesundheit bleibt dabei leider oft auf der Strecke. Wie Sie Ihre Augen entlasten und warum die richtige Sitzposition wichtig ist, lesen Sie hier.

An einem Bildschirmarbeitsplatz bilden Bildschirmgerät, Dateneingabetastatur oder sonstige Steuerungseinheiten und ein Informationsträger eine funktionale Einheit. Diese Definitionen finden Sie im Arbeitnehmerschutzgesetz.
Werden Laptops (tragbare Datenverarbeitungsgeräte) regelmäßig auch am Arbeitsplatz eingesetzt, gelten die selben Bestimmungen wie für alle anderen Bildschirmgeräte. Stellt der Arbeitgeber den Arbeitnehmern zur Erbringung von Arbeitsleistungen außerhalb der Arbeitsstätte (z.B. bei Telearbeit) etwa Laptops zur Verfügung, müssen sie dem Stand der Technik und den ergonomischen Anforderungen entsprechen.

Größenordnung
Flachbildschirmgeräte sollen mindestens 15 Zoll (das sind ca. 38 cm) für Textlayout und ähnlichen Büroarbeiten aufweisen. Grundsätzlich sollten alle Monitore eine maximale Helligkeit von 200 cd/m2 und ein maximales Kontrastverhältnis von 200:1 aufweisen.

Mach mal Pause!
Pausen oder Tätigkeitswechsel müssen bei längerer Arbeit am Bildschirm unbedingt eingeplant werden. Nach jeweils 50 Minuten ununterbrochener Bildschirmarbeit muss eine Pause von mindestens 10 Minuten gehalten werden.
Dabei gilt der Blickwechsel auf die Schreibvorlage nicht als Unterbrechung. Sofern es der Arbeitsablauf erfordert, kann die zustehende erste Pause in die zweite Stunde verlegt werden, sodass dann die zusammengefasste Pause mindestens 20 Minuten beträgt. Die Pausen sind in die Arbeitszeit einzurechnen.

Richtiges Sitzen
Ergonomisch richtiges Sitzen ist Voraussetzung für beschwerdefreies Arbeiten und wirkt der Ermüdung entgegen. Auf dem Markt sind Bürostühle erhältlich, die eine weitgehend ermüdungsfreie Sitzposition erlauben. Die Sitzposition soll öfters variiert werden (Stichwort: dynamisches Sitzen).
Als Faustregel zur Einstellung des Arbeitstuhles gilt: Die Sitzhöhe ist richtig eingestellt, wenn bei aufgestützten Füßen (auf dem Fußboden oder einer Fußstütze) die flache Hand zwischen Sitzfläche und Unterseite des Oberschenkels im Kniegelenksbereich Platz findet.
Ober- und Unterschenkel sollen einen Winkel von 90 Grad bilden. Auch die Ober- und Unterarme sollen beim Arbeiten einen Winkel von etwa 90 Grad bilden. Schließlich muss die Lendenwirbelsäule durch die Rückenlehne gut abgestützt sein.

Bildschirmarbeitsbrille
Wegen der atypischen Sehdistanz von etwa 60-90 cm zwischen Augen und Bildschirmgerät können normale Sehhilfen nicht verwendet werden. Deswegen müssen spezielle Sehhilfen für die Arbeit am Bildschirm (Bildschirmarbeitsbrillen) verwendet werden, die auf die Arbeitsdistanz zum Bildschirmgerät und zu den Belegen abgestimmt sind.
Arbeitnehmer sollten eine augenärztliche Untersuchung machen, die feststellt, ob eine Bildschirmarbeitsbrille notwendig ist. Ist eine Brille notwendig, bekommen sie einen Ausfolgeschein des Augenarztes. Da der Dienstgeber die Kosten für die Brille trägt, muss er verständigt werden, nach dem Kauf bekommt er die Rechnung.

Zertifikate für gute Bildschirmergonomie
Als strenge Prüfsiegel gelten zur Zeit „TCO 99“ und „ECO-Kreis 99“. Weitere verlässliche Prüfsiegel sind auch „TÜV–Rheinland“, „Blauer Engel“ sowie „TCO 92“ und besser „TCO 95“. Achten Sie daher auf die entsprechenden Aufkleber am Bildschirmgerät!

Tipp: Vermeiden Sie längeres Lesen elektronisch erfasster Texte direkt am Bildschirmgerät. Nach neuesten Untersuchungen werden die Augen viel stärker belastet als angenommen. mit der Zeit erschlafft die Augenmuskulatur und beeinträchtigt das Sehvermögen. Abhilfe schafft das Ausdrucken und das Lesen auf dem Papier.

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