(Bild-)Legende

Gerade 13 war René Burri, als er Winston Churchill bei einer Parade in Zürich ablichtete. Heute ist er 77 – und es gibt kaum einen Prominenten, den der Star-Porträtist nicht vor der Linse hatte.

Ich war hungrig nach der Fremde. Nach fremden Ländern, fremden Menschen, nach einem weiten Horizont", sagte Fotograf René Burri einmal in einem Interview. Und „die Kamera war meine Chance, mich aus den Schweizer Bergen hinauszuwuchten". Sie hat ihn weit „gewuchtet": In Mexiko porträtierte er Frida Kahlo, in Frankreich Pablo Picasso und in Kuba bekam er Ernesto „Che" Guevara vor die Linse. Kritiker warfen ihm Prominentengeilheit vor, Fans feierten ihn spätestens nach dem Ausnahmebild des rauchenden Guerillaführers (links) als Star der Porträtfotografie.

Genauso wenig wie sich Burri an einen Ort binden wollte, ließ er sich an einem Stil festmachen. Er entwickelte lieber seine eigene fotografische Handschrift. Gespeist durch seine Neugierde strahlen seine Bilder eine Intensität aus, die ihresgleichen sucht. Ein weiteres Erfolgsrezept? „Aktives Warten. Es gibt keine Zufälle - außer man züchtet sie", glaubt der heute 77-Jährige.

René Burri im Kunsthaus Wien

Reisesouvenirs.
Beim Aufräumen seiner Pariser Wohnung hat der Schweizer jüngst rund fünf Kilo Bordkarten-Abrisse gefunden - ein weiteres Symbol seiner Getriebenheit. Wer weiß, vielleicht kommt bald ein weiterer Abriss hinzu: von einem Ticket nach Wien. Dort sind derzeit 400 seiner Werke aus 40 Jahren Schaffen rund um den Globus zu sehen.

Mehr Termine gibt's hier!

René Burri – FotografienOrt: Kunst Haus Wien Dauer: bis 20. 2. 2011

Aktuell