Bik Bok eröffnet Flagship-Store in Wien

Das norwegische Modelabel setzt auf coolen Chic und engen Kontakt zu seinen Kundinnen. Mitte Juni eröffnet der erste Flagship Store außerhalb Skandinaviens in Wien. Die WIENERIN hat CEO Marianne Bjarstad vorab getroffen.

Die Skandinavier verstehen etwas von Mode. Das beweisen nicht nur große, etablierte Modekonzerne wie H&M und seine Ableger COS und & other stories, sondern auch Streetstyle-Fotos aus den nordeuropäischen Hauptstädten: Was die Menschen in Stockholm oder Kopenhagen heute tragen, findet der Rest Europas mit ziemlicher Sicherheit morgen supercool. Österreich, bis dato nicht unbedingt als modischstes Pflaster des Kontinents bekannt, springt vielleicht erst übermorgen auf den Trendzug auf - und darf sich trotzdem als das erste Land außerhalb Skandinaviens über ganz neue modische Unterstützung aus dem hohen Norden freuen: Das norwegische Label Bik Bok hat Österreich als Start für die Fortsetzung seiner Erfolgsgeschichte auserkoren und eröffnet im Laufe des Jahres 2015 gleich sieben Shops im ganzen Land.

Die Frau hinter dieser Entscheidung ist Marianne Bjarstad, CEO und seit über 13 Jahre maßgeblich am Aufbau der Marke beteiligt.

Viele Modelabels setzen im deutschsprachigen Markt zuerst auf Deutschland. Warum starten Sie mit Bik Bok gerade in Österreich?

Wir haben uns das gut überlegt, die Ähnlichkeiten zum skandinavischen Markt haben uns überzeugt. Ich war selbst einige Male hier, bin übers Wochenende geblieben und habe die jungen Frauen beobachtet. Das könnten genauso gut norwegische oder schwedische Frauen sein. Wir hatten bereits vor zwei Jahren überlegt, in Österreich zu starten, was allerdings zeitlich zu knapp an unserem Launch in Finnland gewesen wäre.

Marianne Bjarstad, CEO Bik Bok

Marianne Bjarstad, CEO Bik Bok

Wird es in den österreichischen Shops auch dasselbe Sortiment wie in den skandinavischen Boutiquen geben oder haben Sie es an die österreichische Kundin angepasst?

Wir haben anfangs ein paar Dinge ausgelassen, aber das haben wir zum Beispiel auch in Finnland getan. Grundsätzlich probieren wir alles aus, die großen Flagship Stores werden die gesamte Kollektion anbieten. Und im Moment sieht es auch so aus, als wären die Bestseller hierzulande dieselben wie in Norwegen.

Was unterscheidet Bik Bok von anderen jungen Modelabels?

Für Bik Bok ist die Beziehung zu seinen Kunden das wichtigste Gut. Das ist die stärkste Veränderung im Modebusiness: Als ich vor 30 Jahren in dieser Branche begonnen habe, hat die Marke alles vorgegeben - die Trends, das Styling, was man wie zu tragen hatte. Heute ist es so, dass der Kunde entscheidet, was "in Mode" ist. Deshalb setzen wir sehr viel in die direkte Kommunikation mit unsere Zielgruppe: Jeder Shop hat seinen eigenen Instagram-Account, die Shopmanagerin ist unser bestes Rolemodel. Und wir gehen sehr genau darauf ein, was unsere Kundinnen mögen und können in der Kollektion darauf reagieren. Natürlich sind unsere Designer auf den internationalen Messen und Schauen unterwegs, aber mindestens genauso wichtig ist es, unseren Kundinnen zuzuhören. Danach treffen wir Entscheidungen und gehen so auch weniger Risiken ein, weil wir bereits wissen: Das wird unseren Kundinnen gefallen.

Durch dieses schnelle Reagieren auf Trends sehen sich sogenannte Fast-Fashion-Labels immer wieder mit Vorwürfen in Sachen soziale und ökologische Verantwortung konfrontiert. Wie geht Bik Bok damit um?

Wir sind Mitglied der Ethical Trading Initiative und sind somit verpflichtet, zu dokumentieren, dass wir konstant an spezifischen Maßnahmen arbeiten und sicherstellen, dass unsere Waren nicht unter unwürdigen Arbeitsbedingungen produziert werden. Wir arbeiten nur mit Fabriken, die von unserem CSR-Departement (Corporate Social Responsibility, Anm.) kontrolliert werden. Wir arbeiten sehr viel mit Unternehmen in der Türkei, die schon von vornherein auf einem hohen Level arbeiten. Trotzdem kann man nie hundertprozentig sicher sein, das kann niemand. Aber wir tun unser Bestes, haben sehr strenge interne Regeln. Dazu kommt, das nur etwa 30 Prozent unserer Kollektionsstücke wirklich "Fast Fashion" sind, also sehr kurzfristig produziert werden. Die Grundkollektion wird etwa neun Monate im Voraus geplant und umgesetzt.

Bik Bok Festival Collection 2015

Bik Bok Festival Collection Sommer 2015

Wird es zukünftig noch schwieriger, auf das Bedürfnis der Kunden nach schnell verfügbarer Trends einzugehen?

Ja, das wird es. Erst wird eine Herausforderung und eine große Chance gleichermaßen. Ich bin sehr froh, dass wir bei Bik Bok diese enge Beziehung zu den Kunden haben. Vertrauen ist alles.

Das Label Bik Bok wurde 1972 in Norwegen gegründet und gehört zur Varner Group, die unter anderem auch die Marken Carlings und Dressmann besitzt.

Bik Bok besitzt Boutiquen in Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Lettland und startete Anfang 2015 in Mitteleuropa mit den ersten Shops in Österreich, im Juni 2015 eröffnete der Flagship Store auf der Wiener Mariahilfer Straße.

Bik Bok bietet trendige Damenmode mit der gleichnamigen Hauptlinie und der Jeans-Kollektion Never Denim.

Aktuell