Biiitteee, ich will doch nur ein Pflanzen-hortender Millennial sein!

Massengrab statt #indoorjungle: Von toten Zimmerpflanzen und frustrierten Millennials.

Verschiedene Pflanzen

Ihr Todesurteil war besiegelt, als sie die Schwelle meiner Garconnière überquerte. Von wem ist die Rede? Natürlich von meiner armen Monstera Marianne (Ja, ich gebe meinen Pflanzen Namen…don’t judge). Leider war sie nicht die Einzige, die ihr Leben in meiner Wohnung lassen musste…aber beginnen wir von vorne.

Ich und meine Pflanze.

So, seit ein paar Monaten hause ich nun in meinen eigenen vier Wänden, eigentlich ziemlich gemütlich, aber manchmal (eh nur ganz selten) doch ein kleines bisserl einsam. Ich beschließe: Ein Kamerad muss her! Vielleicht ein Meerschwein? Na, das wär verantwortungstechnisch dann doch zu arg. Hmm…wie heißt es so schön? Plants are friends, oder? Wie wär‘s also mit ein paar Zimmerpflanzen? Sie können mir nicht ins Bett machen, sie sorgen für Urwald-Feeling im Wohnzimmer und meinen Insta-Account kann ich damit auch gleich pimpen. Läuft!

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Also ab zum schwedischen Möbelgiganten und rein ins Pflanzenparadies. Ich kann mich kaum zurückhalten: Ein Philodendron hier, ein Efeu da – oh, und diese Begonie mit den weißen Punkten ist ja fesch! Ehe ich mich versehe, ist der Einkaufswagen voll mit neuen Pflanzenfreunden und ich denke: Wahnsinn, ein neuer Lebensabschnitt beginnt, ich bin jetzt jemand, der Pflanzen hat und natürlich werde ich sie super pflegen und sie werden blühen und gedeihen und bald werde ich in einem Dschungel wohnen! Das excitement ist groß, die Enttäuschung kaum zwei Wochen später allerdings größer.

Rest in Peace, Elfriede.

Die erste, die von uns geht ist Elfriede, mein Efeu. Gerade rankten sich ihre saftig grünen Arme noch fröhlich um meine Kommode, wenige Tage später hängt sie trostlos in braunen Strängen herunter. Ein harter Schlag. Aber es ist ja nur die eine, red‘ ich mir ein, bei meinen anderen blättrigen Mitbewohnerinnen wird sowas bestimmt nicht passieren. Oh, how wrong I was…Wenige Wochen später müssen wir uns von Beatrix (Begonie) verabschieden. Kurz darauf geht es dann auch noch Friederike (Ficus) und schließlich meiner letzten Hoffnung Marianne (Monstera) an den Kragen.

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Wie kann das sein?? Ich habe mir doch solche Mühe gegeben! Ich habe mir Videos von Pflanzen-Youtuber*innen (ja, sowas gibt es) angeschaut, ich habe mein Pflanzen-affines Umfeld nach den pflegeleichtesten Zimmerpflanzen befragt (die Antwort: Monstera - Ha ha), ich habe gegossen, aber ja nicht zu viel, ich habe für Sonne gesorgt, aber ja nicht zu direkt, ich habe mir sogar Bewässerungsschläuche von der Mama geborgt, damit die armen Pflänzlein nicht verdursten, wenn ich im Urlaub bin - es half alles nichts.

Langsam muss ich mir wohl eingestehen: Ich werde mich wohl oder übel von meinem Traum der Plantfluencerin verabschieden müssen und meine Selbstgespräche künftig wieder tatsächlich mit mir selbst anstatt mit Elfi führen.

 

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