Big spenderin

Wenn sie mehr verdient als er, kann das die Liebe belasten . muss es aber nicht. Der Münchner Paartherapeut Stefan Woinoff und Männerforscher Thomas Gesterkamp geben Tipps.

Handeln Sie den Rahmen aus:
Es muss ganz klar sein, wer was und wie viel zum Unterhalt beisteuert und wie und von wem das Geld wofür ausgegeben wird. Und auch, was Veränderungen wie eine Familiengründung bedeuten könnten.

Öffnen Sie den Rollenkäfig:
Sie sollten nicht nach gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen leben, die Sie unglücklich machen. sondern so, wie es Ihrer Persönlichkeit entspricht. Wenn er gern zu Hause bleibt, warum nicht?

Finden Sie neues Gleichgewicht:
Bei Problemen in „Sie verdient mehr"-Beziehungen geht es nur oberflächlich ums Geld. die paare kommen vielmehr aus dem Gleichgewicht, weil sich ihr Rollenbild in eine Richtung verändert, die sie (un-)bewusst ablehnen. Etwa, wenn er die Versorgerrolle aufgibt und beide das als Verweiblichung ansehen. das paar muss dann lernen, sich gegenseitig wieder anzuerkennen - nach neuen Kriterien (s. u.).

Zollen Sie Respekt:
Relativieren sie die absolute Priorität von Beruf, arbeit, Leistung und Einkommen im Wertesystem. Macht man sich von den Normen der Jobwelt erst mal frei, dann erscheint ein erfolgreicher Börsenmakler, der den ganzen Tag auf den Bildschirm starrt, gar nicht mehr als so männlich. Ein Mann, der von seiner Frau dafür bewundert wird, ein guter Sportler oder Koch zu sein, schon.

Engagieren Sie eine Putzfrau:
Der, der weniger arbeitet, trägt oft mehr zum Haushalt bei. doch wer immer den Dreck des anderen wegmacht, sinkt in der Achtung - in der eigenen wie der des Partners. Hilfreich: eine Putzfrau engagieren. Das gewährleistet die Machtbalance und schützt das Selbstbewusstsein.

Haben Sie eine Exit-Strategie:
Das Paar sollte von Anfang an vereinbaren: „Wir machen das jetzt für xy Jahre so und danach sehen wir weiter!" das nimmt druck aus der Beziehung und von demjenigen Partner, der finanziell verantwortlich ist.

Sehen Sie's als positiven Protest:
Ein Lebensstil, in dem Erwerbsarbeit als zentrale Instanz der Identitätsstiftung (für Männer) an Bedeutung verliert, ist ein Beitrag zur Lösung des ungelösten Geschlechterkonflikts - und damit vielleicht sogar zur Lösung der Probleme am Arbeitsmarkt.

"Jede vierte Frau, aber nur jeder zehnte Mann sieht das Gleichgewicht in der Partnerschaft bedroht, wenn sie mehr verdient als er".

"Jede fünfte Frau findet, dass Männer in der Beziehung die Stärkeren sein sollten - auch finanziell."
Ergebnis einer forsa-Umfrage

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