Big in Japan

Echte Insidertipps gibt´s bei Reisen mit Twitter. miss ließ sich zur Probe durch Bratislava "zwitschern".

Nette Cafés, anyone? Petra K. aus dem Twitter-Kosmos empfiehlt das nach dem französischen Schriftsteller Jules Verne benannte Kellercafé Verne (am Hviezdoslav Platz), in dem wir uns wirklich wie in dessen berühmtem Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ fühlen – das Licht ist schummerig, eine ausladende Bücherwand lädt zum gemütlichen Schmökern ein und die Studenten der nebenan stationierten Hochschule für Bildende Künste versprühen kreatives Flair. Ohne Twitter, das ist klar, hätten wir diesen netten Ort niemals gefunden.

Beim Schlendern durch die Altstadt begegnet uns, ausgerechnet vor der österreichischen Botschaft, eine japanische Reisegruppe auf Europatour, die kichernd verkündet, ganz vernarrt in Wien zu sein. Dass wir keinen Stadtführer haben, der uns durch die Straßen lotst, sondern den Anweisungen eines piependen Handys und parallel dazu quäkenden Navigationsgerätes folgen, scheint sie nicht zu beeindrucken. Wir stapfen weiter durch die Stadt, vorbei an charmanten Altstadthäuschen mit pastellfarbenem Anstrich, vorbei an den Schaufenstern der Designerläden, und plötzlich erwischt uns die Anstrengung des Tages mit einer Wucht, dass wir uns erst mal wieder ausruhen müssen.

Die Coffeeshop-Kette Greentree Caffé (gibt es dreimal in Bratislava, Infos über www.greentreecaffee.com kommt da genau richtig – danke Twitter! – denn persönlicher als Starbucks ist sie allemal: Neben Biosäften und kleinen Snacks wird hier Kaffee in allen Formen angeboten, wobei sich die Besitzer für die Qualität und Nachhaltigkeit der Produkte verbürgen.

So geht's:
■ Unter www.twitter.com registrieren und mit Freunden vernetzen.
■ Wer schon länger dabei ist und viele Follower hat, hat’s leichter, in der Wunschreisestadt Twitter-Kontakte zu finden. Einfach Fragen wie „Looking for a cheap hotel in Bratislava“ in den Äther tweeten und auf Antworten warten.
■ Twitter-Neulinge geben die gewünschte Stadt in die Suchfunktion ein und schreiben die so gefundenen Kontakte direkt an. In Bratislava“ in den Äther tweeten und auf Antworten warten.
Ich schaue ein letztes Mal auf mein Handy, auf dem inzwischen etliche neue Tipps aus dem virtuellen Paralleluniversum eingelaufen sind. Twitter wird nicht müde, wir schon. Draußen dämmert es, die Heimat ruft. Auf dem Rückweg stellen wir uns erneut die Ausgangsfrage: Kann eine Mikroblogging-Seite konventionelle Reiseführer ersetzen?

Die Antwort lautet: jein. Ideal wäre eine Kombination aus beidem. So kann man sich vor der Reise schon mal hinsichtlich der Top-Sehenswürdigkeiten schlaulesen und währenddessen spontan die Tipps wirklicher Insider befolgen. Und genau diese feinen Tipps machen doch eine gelungene Reise aus.

Spät am Abend piept noch mal das Handy. Twitter-Freund Petter beglückwünscht mich zum ersten gelungenen TwiTrip: „You are an official Twittertripper now!“ Stolz lächelnd falle ich in tiefen Schlaf.

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