"Big Bang Theory"-Star Bialik erntet Shitstorm nach Weinstein-Essay

"Ich habe kaum persönliche Erfahrung mit Männern, die mich bitten, sie in ihren Hotelzimmern zu treffen", schreibt die Big Bang Theory-Schauspielerin in einem umstrittenen Essay.

Die Schauspielerin Mayim Bialik ('The Big Bang Theory') veröffentlichte vergangene Woche einen Text in der New York Times mit dem Titel "Being a Feminist in Harvey Weinstein's World", der im Netz für einige Aufregung sorgt. Bialik wird vorgeworfen, den Opfern sexueller Belästigung Schuld an der Gewalt zu geben, die ihnen widerfährt. Und dass obwohl sich Bialik immer wieder als Feministin positioniert.

Die Schauspielerin schildert in besagtem Essay, wie sie als elfjähriges Mädchen 1986 ins Showbusiness kam. Damals habe sie noch nicht verstanden, dass sie in einem "Geschäft ankommt, dass körperliche Schönheit und Sexappeal über alles stellt." Frauen werden objektifiziert - vor und hinter der Kamera - daher sei sie nicht überrascht über die zahlreichen Übergriffe von Harvey Weinstein.

Sie sei ständig unter Druck gesetzt worden, den gängigen Schönheitsidealen entsprechen zu müssen, wie sie schreibt - doch dem habe sie sich immer widersetzt. "Als stolze Feministin mit wenig Verlangen danach, Diät zu halten, mich operieren zu lassen oder einen Personal Trainer zu engagieren, habe ich kaum persönliche Erfahrung mit Männern, die mich bitten, sie in ihren Hotelzimmern zu treffen", hieß es in ihrem Artikel. "Diejenigen von uns in Hollywood, die nicht dem unmöglichen Schönheitsideal entsprechen, haben den Luxus von Männern in Machtpositionen übersehen und in vielen Fällen ignoriert zu werden, außer wir bringen ihnen Geld."

Dazu komme aber auch, dass sie sich anders anzieht und verhält als andere Frauen in Hollywood. "Ich kleide mich bescheiden. Ich verhalte mich aus Prinzip Männern gegenüber nicht kokett", betonte die Schauspielerin. "Mir ist sehr klar, dass diese Entscheidungen für viele junge Feministinnen unterdrückend wirken." So sei die Welt nicht perfekt: "Es gibt keine, absolut gar keine, Entschuldigung dafür, dass Männer Frauen angreifen oder missbrauchen. Aber wir sollten nicht naiv sein, in was für einer Kultur wir leben."

Im Netz wird sie für diese Aussagen scharf kritisiert. Bialik betreibe damit Victim-Blaming, weil sie damit sagt, Frauen sollten sich anders anziehen, um nicht belästigt zu werden. Und weil sie außerdem behauptet, "hässliche Mädchen werden nicht belästigt", zeigt sich eine Twitter-Userin entsetzt.

Doch Bialik wehrt sich gegen die Anschuldigungen und schrieb auf Twitter: "Ich habe erfahren, dass mein 'N.Y. Times'-Artikel bei vielen Widerhall findet. Aber ich sehe auch, dass einige Menschen meine Worte aus dem Kontext der Hollywoodmaschinerie gerissen und sie so gedreht haben, dass ich - Gott bewahre - eine Frau basierend auf ihrer Kleidung und ihrem Verhalten für den Übergriff verantwortlich mache. Jeder, der mich und meinen Feminismus kennt, weiß, dass das absurd ist und es in diesem Artikel überhaupt nicht darum ging. Es ist so traurig, wie gemein die Leute sind, wenn ich einfach nur versuche, die Dinge für Frauen besser zu machen."

Gut gemeint ist aber eben noch lange nicht gut gemacht.

Aktuell