Bezirkowitsch liebt Enten, RH5H und Feminismus

So viel Liebe haben wir diese Woche für unseren neuen Lieblingsmann: Maximilian Zirkowitsch sind Frauenrechte mindestens so ein Anliegen wie der Weiterbestand der Stadthalle. Und Enten.

Liebevoll grinst er vom Foto und hält uns stolz ein Bild von sich entgegen. Das liegt nicht nur an seiner durchaus vorhandenen Eitelkeit, sondern auch an der wichtigen Botschaft "No means No". Das Foto von Maximilian Zirkowitsch entstand 2008 im Zuge einer Fotowand, die Menschen mit der Anti-Vergewaltigungsbotschaft abbildete. Vermutlich hätte der Lokalpolitiker, der im Zivilberuf eigentlich Sozialarbeiter ist, schon damals das Zeug zum Hawara gehabt, der breiteren Öffentlichkeit und somit auch uns wurde er allerdings erst vor einem halben Jahr bekannt.

Deepe Politics

Wir fanden "Bezirkowitsch" ja schon im Herbst 2015 ziemlich leiwand, als er den Wiener Gemeinderatswahlkampf mit seiner Kandidatur um einen Bezirkslistenplatz in Rudolfsheim aufwirbelte. Seine Kampagne war die perfekte Persiflage eines Lokalpolitikers aus dem 15.: Er borgte sich ein wenig Hip-Hop-Vokabular aus und benutzte ansonsten überspitzte, typische Politiker-Formalismen. Er spielte so gekonnt mit diesen Elementen, dass er einen sehr breitenwirksamen Humor bediente und gerade unter den Internet-savvy jungen MediennutzerInnen Kultstatus erlangte. In der Folge hat Maximilian Zirkowitsch mehr Facebook-Likes als die Wiener ÖVP und wurde trotz fehlendem Kampagnen-Budget in fast allen Medien erwähnt.

Feminismus, du Opfa!

Das Ausmaß unserer Liebe konnten wir 2015 freilich noch nicht festmachen. Seit wir die Serie "Hawara der Woche" eingeführt haben, suchen wir sehnlichst nach einem österreichischen oder zumindest deutschsprachigen Hawara. Die letzten Monate kam uns leider selten ein Mann unter, der sich von alleine dazu berufen fühlte, öffentlich seine Leidenschaft für Gleichberechtigung zu postulieren. Deswegen haben wir unsere Strategie geändert und fragen Männer jetzt einfach direkt, was sie von feministischen Themen halten. So haben wir das auch beim Bezirkowitsch getan und es stellt sich heraus, dass er ein Volltreffer-Hawara ist.

Gleichberechtigung. Wichtig.

Nicht nur zögert er keine Sekunde, sich als Feminist zu bezeichnen, er hat sich auch eingehend und differenziert mit feministischen Fragestellungen auseinander gesetzt. Er ist sich der Situation bewusst, als weißer Cis-Mann weniger Diskriminierung ausgeliefert zu sein und findet, wir sollten in diesem Kontext lieber von Rechten als von Privilegien sprechen. Nicht attackiert zu werden und sich frei im öffentlichen Raum zu bewegen, ist nämlich ein allen zustehendes Recht. Er findet Frauen gehören nicht nur mehr in Entscheidungsprozesse eingebunden, sondern auch aktiv gefördert und aufgebaut. Besonders pointiert war auch die Aussage, dass es genauso sexistisch ist, die Täterherkunft im Kontext sexualisierter Gewalt zu thematisieren, wie Frauenrechte nicht ernst genug zu nehmen, um ihnen ein eigenes Ministerium zuzugestehen. Und Quoten würde er am liebsten nicht nur in der Politik, sondern auch in öffentlichen Unternehmen und der Privatwirtschaft umsetzen.

Den Mut zu solchen Aussagen würden wir uns nicht nur im Bezirksrat wünschen. Was für ein Mann, dieser Hawara.

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