Beziehung: Diese toxischen Sätze solltest du vermeiden

Kommunikation ist grundlegend für eine funktionierende Beziehung. Manchmal rutschen uns gewisse "Killerphrasen" heraus, die das Miteinander erschweren. Auf welche toxischen Aussagen du künftig besser verzichtest:

Beziehung: Diese toxischen Sätze solltest du vermeiden

Gerade wenn wir jemanden gut kennen und mit dieser Person vertraut sind, sprechen wir, ohne groß nachzudenken und lassen unseren Worten ungefiltert freien Lauf. Natürlich ist es etwas Schönes, das Gefühl zu haben, jemandem einfach alles sagen zu können – dennoch spielt die Art und Weise, wie wir Dinge kommunizieren eine große Rolle, wie sie letztlich beim Gegenüber ankommen. Nicht selten können Worte auch verletzen – ohne dass das die Intention war – und Gespräche in eine ungeplante Richtung lenken. Das muss jedoch nicht sein, wenn wir ein bissi bewusster miteinander sprechen.

Auf welche toxischen Phrasen du besser verzichtest, wenn du schlechte Stimmung vermeiden willst:

"Ist doch eh nicht so schlimm", "Du wirst schon drüber hinwegkommen"

Erzählt dir jemand von einem aktuellen Problem und du reagierst mit einer der oben genannten Phrasen, so kann das zwar gut gemeint sein, aber auch nach hinten losgehen. Oft lösen Sätze wie "Ach geh, ist doch nicht so schlimm" beim Gegenüber ein Gefühl des Nicht-Verstandenwerdens aus. Für die aktuell empfundenen Gefühle ist kein Platz, vielleicht schämt sicher der*die andere auch, das Problem überhaupt aufgebracht zu haben, erklärt Therapeutin Amanda Baquero gegenüber Huffpost.

"Du bist genau wie deine Mutter"

… oder Schwester oder dein Vater. Mit einer Aussage wie dieser reduzieren wir unsere*n Partner*in in der Regel auf eine negative Eigenschaft oder ein negatives Verhalten, dass die erwähnte Person auch an den Tag legt. Sprechen wir einen Satz wie diesen aus, wissen wir meist, dass es etwas im anderen auslöst – in der Regel eher Frustration als positive Gefühle. Oft sind derartige Phrasen deshalb besonders schmerzhaft, weil sie auf etwas anspielen, dass unser*e Partner*in im Vertrauen mit uns geteilt hat oder wir im Laufe der Zeit beobachtet haben. Förderlich für ein Gespräch ist sowas absolut nicht.

"Du machst immer …", "Du tust nie …"

Generalisierungen wie "Du machst immer …“, gerade im Zusammenhang mit Kritik ("Du hörst mir nie zu") sorgen schnell dafür, dass der*die andere in die Defensive geht und sofort keine Lust mehr auf eine konstruktive Unterhaltung hat. Wer sich auf diese Weise ausdrückt und Aussagen tätigt, die so einfach nicht stimmen, bringt die*den andere*n dazu, "alles, was man danach sagt, zu ignorieren", so Familientherapeutin Abigail Makepeace. Stattdessen also lieber versuchen, konkret zu bleiben.

"Du bist zu sensibel"

Wenn dein*e Partner*in verärgert ist und du ihn*sie abwimmelst, indem du darauf bestehst, dass er*sie "zu sensibel" oder "zu emotional" ist, bagatellisierst du seine*ihre Gefühle. "Es ist nicht fair, dass wir entscheiden, wie sich jemand fühlen soll", so Makepeace. "Jemandem zu sagen, dass seine Reaktion 'zu' irgendwas ist, hilft fast nie". Selbst wenn du den Standpunkt des*r anderen nicht ganz verstehst oder ihm*r zustimmst, solltest du ihn*sie nicht verurteilen, so Makepeace. Eine ehrliche Aussage wie "Ich kann verstehen, warum dich das verletzt hat" kann viel dazu beitragen, dass sich dein*e Partner*in gehört fühlt.

"Mir reichts", "Es hat keinen Sinn", "Ich hasse dich"

Aussagen wie "Mir reichts", "Es hat keinen Sinn mehr" oder auch "Ich hasse dich" können beträchtlichen Schaden anrichten, selbst wenn man sie nicht so meint. Es ist normal, sich über den*die andere*n zu ärgern. Aber in der Hitze des Gefechts wörtlich "um sich zu schlagen" und extreme Dinge zu sagen, ist für eine Beziehung einfach ungesund, so Whetstone. Wenn wir merken, dass der Ärger oder Frust so groß ist, dass wir dem anderen eigentlich nur noch obengenannte Aussagen entgegenschleudern wollen, so sollten wir laut Therapeutin Whetstone lieber erst ein paar Mal durchatmen: "Es ist viel besser, sich zu beruhigen, dann zurückzukommen und in Ruhe zu besprechen, was nicht funktioniert. Dann können wir auf den Teil unserer Persönlichkeit zugreifen, der rationaler mit Konflikt umgeht".

Sind wir genervt, sprechen wir oft in Übertreibungen, die nicht unseren wahren Gefühlen entsprechen. Aber diese Worte können trotzdem sehr verletzend sein. "Würden wir uns genau ausdrücken, würden wir wohl eher etwas sagen wie: 'Im Moment bin ich so wütend auf dich, dass ich das Gefühl habe, das mit uns funktioniert nicht mehr, aber tatsächlich weiß ich, dass das nicht so ist.' "

Was lernen wir draus?

Manchmal kann es nicht schaden, was wir sagen möchten, vorher nochmal im Kopf durchzugehen und uns zu fragen: 'Was könnte mein Satz auslösen?', bevor wir ihn aussprechen, um unnötige Konflikte künftig zu vermeiden.

 

Aktuell