Bewerbung

Der neue Job rückt in greifbare Nähe: Die Bewerbung wurden verschickt und nach wenigen Tagen flattert die Einladung zum Vorstellungsgespräch ins Haus. Jetzt heißt es, möglichst viele Informationen über das Unternehmen einzuholen. Denn wer gut vorbereitet ist, punktet auch beim persönlichen Gespräch, weiß Bewerbungstrainerin Anna Wach.

Auf ein Bewerbungsgespräch kann man sich sehr gut vorbereiten, ist Bewerbungstrainerin Anna Wach überzeugt. „Im Vorfeld sollte man so viele Informationen einholen, wie man kann: Was macht das Unternehmen, in welcher Branche ist es tätig, welche Produkte stellt es her, etc."
Zugleich sollte der eigene Lebenslauf beim Bewerbungsgespräch sitzen, vor allem wenn es darum geht, welche Tätigkeiten wann ausgeübt wurden. Antworten auf die Frage nach eigenen Stärken und Schwächen können ebenfalls vorab gefunden werden - auch wenn das nicht immer leicht fällt. „Den Studenten in meinem Kurs fällt es immer leichter ihre Schwächen zu benennen, weil es ihnen unangenehm ist zu sagen, was sie gut können", so Wach.

Fragwürdig
Die Bewerbungsexpertin rät außerdem dazu, Fragen zum Unternehmen vorab aufzuschreiben und diese Notizen zum Vorstellungsgespräch mitzunehmen. Während des Gesprächs ist man meist nervös und vergisst schnell, was man fragen wollte.
Fragemöglichkeiten gibt es viele, hier einige Anregungen:
- Warum ist die Stelle frei?
- Wie groß ist das Team?
- Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
- An wen berichte ich?
- Was würde ich verdienen?
- Wie hoch ist das Fixum?

Stellt der Bewerber Fragen, kommt er aus seiner defensiven Rolle heraus und die Vorstellungssituation wird tatsächlich zum Gespräch, erklärt die Bewerbungstrainerin.
Worauf sollte vorab noch geachtet werden? Ordentliche, dem Unternehmen angepasste Kleidung und ein gepflegtes Äußeres. Kurz vor dem Gespräch noch eine Zigarette zu rauchen, kommt weniger gut an.

Authentisch bleiben
Die beste Vorbereitung und das passende Outfit helfen jedoch wenig, wenn man sein Gegenüber während dem Gespräch nicht von sich überzeugen kann. Gute Manieren sind in dieser Situation eine Voraussetzung. „Wichtig ist, seinem Gesprächspartner in die Augen zu sehen, ihn ausreden zu lassen und gut zuzuhören", so Wach. Es darf auch gelacht werden, das lockert die Stimmung und macht einen freundlichen Eindruck.
Wichtig ist, dass der Bewerber während des Gesprächs authentisch bleibt, betont Bewerbungstrainerin Wach. „Das Bewerbungsgespräch dient dazu, den Bewerber kennenzulernen. Was man zur Ausbildung und bisherigen Tätigkeiten wissen will, ist durch die Bewerbungsunterlagen größtenteils schon abgeklärt. Nun geht es darum, ob der Bewerber auch ins Team bzw. ins Unternehmen passt."
Wird man trotz Vorbereitung mit einer direkten Frage zu einer Fähigkeit konfrontiert, die man eigentlich nicht beherrscht, hilft ein „Es liegt mir wenig". Zusätzlich rät die Expertin, stets Lernbereitschaft zu signalisieren und zu zeigen, dass man gerne gefordert wird.

Tipps für das Assessmentcenter gibt´s auf Seite 2.

Anna Wach leitet den Kurs „Bewerbung & Assessmentcenter“ am Bildungsforum Wien.

Bewerbung per E-Mail
Do´s und Don´ts bei der elektronischen Bewerbung

- Seriöse Mail-Adresse, mit Vor- und Nachname statt schatzi82@mail.com

- Betreffzeile möglichst konkret formulieren mit Jobbezeichnung und falls vorhanden Kennziffer des Inserats

- direkte Mailadresse des gewünschten Ansprechpartners recherchieren

- der Anhang sollte nicht größer als 3 MB sein

- Anschreiben direkt in die E-Mail setzen

Assessmentcenter
Im Assessmentcenter (AC) begegnen dem Bewerber zwar andere Herausforderungen als im klassischen Vorstellungsgespräch, doch auch darauf kann man sich vorbereiten. In ihrem Kurs spielt Anna Wach mit den Teilnehmern klassische AC-Übungen und Gruppendiskussionen durch, um sie optimal auf die verschiedenen Situationen vorzubereiten.

Bei Diskussionen sollte man wie im Bewerbungsgespräch andere Personen ausreden lassen und ihnen zuhören. Eigene Standpunkte können je nach Thema beharrlich vertreten werden, wobei man stets bei der Sache bleiben und die anderen Diskussionsteilnehmer nicht überschreien sollte. „Bei diesen Übungen gibt es meist Teilnehmer, die gar nicht zu Wort kommen. Diese können Strategien lernen, um aus der ruhigen Rolle herauszukommen - dadurch werden sie in ihrer Position gestärkt." Spielt man diese Situationen durch, nimmt das auch die Angst vor dem Bewerbungsprozess.

Auch im AC heißt es, authentisch zu bleiben, denn irgendwann vergisst man ohnehin, dass man sich in einem Bewerbungsprozess befindet - spätestens dann würde man auch aus der fremden Rolle schlüpfen.


Bis zu einem gewissen Grad hilft es, Bücher zur AC-Vorbereitung zu lesen. Ob man sich nach der Lektüre von einem oder fünf Büchern vorbereitet fühlt, hängt allerdings vom einzelnen Bewerber ab. „Es ist immer besser, sich vorab zu viel zu informieren, als ganz unvorbereitet in das AC zu gehen", ergänzt Wach.

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