Best of Johann Gudenus

Johann Gudenus wird Wiens neuer Vizebürgermeister. Bisher ist der FPÖ-Klubchef jedoch eher mit fremdenfeindlichen und homophoben Aussagen aufgefallen.

Die FPÖ darf mit mehr als einem Drittel der Mandate laut Stadtverfassung einen Kandidaten für das Amt des Vizebürgermeisters ernennen. FPÖ-Chef HC Strache will Johann Gudenus in diesem Amt sehen. Gudenus ist Sohn des ehemaligen FPÖ-Politikers und verurteilten Holocaustleugners John Gudenus.

Nicht alle sind begeistert von dieser Entscheidung: „Ein Politiker, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Hass gegen Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Religion zu schüren, ist für politische Ämter ungeeignet. Seine Ernennung zum Vizebürgermeister würde dem Amt und der Stadt Schaden zufügen", kritisiert SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak die Nominierung von Gudenus durch FPÖ-Obmann Strache.

Gudenus hat im Amt des Vizebürgermeisters wenig Durchgriffsrechte - da es ein Amt ohne Ressort ist. Es erschöpft sich lediglich in der Vertretung des Bürgermeisters. Gudenus will aber das Ressort Sicherheit einfordern und eine Sicherheitswacht für Wien - bereits 2009 wollte er eine 5.000 Mann starke Wiener Wachtruppe, welche einem Sicherheitsstadtrat unterstellt sein soll und die Polizei entlastet und mit Uniform, Schlagstock und Pfefferspray ausgerüstet ist.

Was Johann Gudenus sonst in der Vergangenheit von sich gegeben hat, zeugt von Bedrohungsszenarien und Verschwörungstheorien:

„Wenn man Rot und Grün zusammenmischt, erhält man gelb. Und gelb ist die Farbe von Judas, das ist die Farbe des Verrats!“ Johann Gudenus bei einer FPÖ-Kundgebung am Stephansplatz im Jahr 2011.

„Alarmglocken müssen schrillen, wenn auch Muslime die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten." In einer Presseaussendung aus dem Jahr 2013.

„Menschen, die aus der Türkei kommen, sind Truppen, die Erdogan nach Österreich schickt, um unsere Gesellschaft zu unterwandern." Wieder schürt Gudenus in einer Aussendung Ängste vor einer angeblichen ,Osmanisierung'.

"Wir Freiheitliche werden mit all unserer Kraft gegen die von der Linken betriebene Untergrabung unserer westlich-liberalen Gesellschaft, die Zerstörung unserer christlichen Werte und die Unterdrückung unserer Frauen kämpfen!" In derselben Aussendung. (Zum Frauenbild der FPÖ hier mehr.)

„Die mächtige europäische Homosexuellenlobby will eine absolute Gleichstellung von Homosexuellen und Lesben. Es ist schwer vorstellbar, wohin das alles führen wird.“ Gudenus kritisiert in Moskau im Jahr 2014 die „Homosexuellenlobby“.

"Europa ist die Wiege der Weißen. Es braucht ein Bekenntnis dazu, dass Europa weiß ist." Solche Sätze kamen aus der Feder der Zeitung des Rings Freiheitlicher Jugend, als Gudenus deren Obmann war.

„Asyl ist kein Menschenrecht." Johann Gudenus in einer Aussendung. In Artikel 14 beschreibt die All­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte das poli­tis­che Asyl­recht.

„Wenn HC Strache den Bundeskanzler stellt, dann heißt es bei Bedarf auch ‚Knüppel aus dem Sack!’“ Das erklärte der Klubobmann der FPÖ Wien beim „Fest im Rathaus“ der FPÖ im Wahlkampf 2013. Und weiter: "Jetzt heißt es Knüppel aus dem Sack für alle Asylbetrüger, Verbrecher, illegalen Ausländer, kriminellen Islamisten und linken Schreier."

„Ab nach Hause, hatsch ma ham nach Pakistan.“ - hieß es dann anschließend.

"Es war nur eine Metapher von den Gebrüdern Grimm mit Tischlein deck' dich, Knüppel aus dem Sack. Das ist eine Analogie, wir wollen, dass der Rechtsstaat hart durchgreift, wenn Pakistani die Votivkirche besetzen." Schließlich die ,Erklärung' gegenüber der Tageszeitung ,Die Presse'.

"Der Faschismus von heute sagt, ich bin der Anti-Faschismus." Dieser Sager sorgte im Wiener Gemeinderat im Jahr 2008 für Aufregung.

"Der Faschismus des 21. Jahrhunderts kommt ganz klar von links und nur von links." Gudenus in einer Aussendung vor dem Akademikerball im Jänner 2015.

"Einheimische konnten etwa die Straßenbahn-Linie D teils gar nicht mehr nutzen, weil große Mengen von Asylwerber sie auf ihren Wien-Rundfahrten blockierten." Gudenus ärgerte sich in einer Aussendung im September über die Schaffung von Notquartieren für Flüchtlinge.

"Es kann nicht angehen, dass Österreich durch den Flüchtlingsstrom zu einem Drogenumschlagplatz verkommt oder von radikalen Islamisten unterwandert wird." Ein erneutes Bedrohungsszenario aus dem August 2015.

Warum die Staatengemeinschaft nicht endlich Flüchtlingszentren in Afrika errichtet, wo eine gute Versorgung der Asylsuchenden gewährleistet wäre und Asylverfahren rasch abgehandelt werden könnten, wie es die FPÖ schon längst fordert, sei nicht einzusehen, fragt sich Gudenus in einer Aussendung. Die Erklärung liefert er auch gleich mit: "Dass sich die NGOs gegen diese Idee mit Händen und Füßen wehren, ist wenig verwunderlich, weiß man doch, dass gerade diese gut an der Flüchtlingspolitik verdienen."

"Kein Wunder, dass sich diese über die Erhöhung der Tagsätze freuen. Schließlich dürfte auch für sie nun mehr Geld herausspringen." Nachdem Wien 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen hat, macht sich Gudenus, der für sein Amt übrigens 9441,60 Euro brutto im Monat erhält, Sorgen um die Überfinanzierung von Vereinen und NGOs.

"Wien ist ein Eldorado für Bettler geworden, da es offenbar weit über die Grenzen hinaus bekannt ist, dass hier nach wie vor unbehelligt die Hand aufgehalten werden kann." Auch vor den Ärmsten machen Gudenus' Verschwörungstheorien keinen Halt. In den Fußgängerzonen müsse man sich mittlerweile davor fürchten, dass einem das Geld direkt aus dem Börsel gestohlen wird, sobald man es öffnet, ist der FPÖ-Klubchef in einer Aussendung mehr als überzeugt.

"Mit dem Ressort Sicherheit fordere ich ein Bettelverbot in Wien und eine uniformierte Sicherheitswacht, die etwa Radfahrer- Rowdys kontrolliert." Die Radfahrer hätten wir fast vergessen: Gudenus' Pläne für die Zukunft Wiens im Gespräch mit der "Krone".

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