Beschäftigungsverbote

Werdende Mütter müssen nicht jede Arbeit machen. Erfahren Sie hier, wann bzw. unter welchen Umständen Sie als Schwangere nicht arbeiten müssen.

Schwer heben, Stress und gefährliche Arbeiten - all das schadet einer schwangeren Frau und dem ungeborenen Kind. Deshalb sind derartige Tätigkeiten für Schwangere verboten. Grundsätzlich verboten sind schwere, körperliche Arbeiten. Im Zweifelsfall entscheidet das Arbeitsinspektorat darüber, welche Arbeiten gesundheitsgefährdend und somit verboten sind.

Häufigste gesundheitsgefährdende Arbeiten

  • Heben und Tragen schwerer Lasten
  • Arbeiten, die überwiegend im Stehen verrichtet werden
  • Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, Strahlen, Staub oder Dämpfen
  • Arbeiten, die unter Einwirkung von Hitze, Kälte oder Nässe ausgeführt werden
  • Arbeiten, bei denen die Gefahr einer Berufserkrankung besteht
  • Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck
  • Arbeiten auf Beförderungsmitteln
  • Arbeiten mit besonderer Unfallgefährdung

Verbot der Nachtarbeit

Als werdende oder stillende Mutter dürfen Sie keine Nachtarbeit leisten, abgesehen von einigen zugelassenen Ausnahmen. Die Zeit der Nachtarbeit geht von 20 Uhr bis 6 Uhr.


Ausnahmen gibt es zum Beispiel im Verkehrswesen, bei Musik- oder Theateraufführungen oder bei Krankenpflegepersonal. Werdende und stillende Mütter, die in diesen Branchen beschäftigt sind, dürfen bis höchstens 22 Uhr arbeiten. Im Anschluss an die Nachtarbeit müssen sie eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden haben. Außerdem kann das Arbeitsinspektorat die Arbeitszeit für Frauen, die in nicht-mehrschichtig geführten Gastgewerbebetrieben tätig sind, im Einzelfall bis 22 Uhr ausdehnen.

Finanzieller Nachteil

Durch die Beschäftigungsverbote darf einer Dienstnehmerin kein finanzieller Nachteil entstehen. Laut Mutterschutzgesetz muss die Dienstnehmerin trotz der Änderung bzw. Einschränkung ihrer Beschäftigung das Entgelt erhalten, das dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen vor Änderung der Beschäftigung entspricht.

Sonn- und Feiertagsarbeit

Grundsätzlich dürfen werdende oder stillende Mütter an Sonn-und Feiertagen nicht beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es beispielsweise im Gastgewerbe, in Betrieben mit ununterbrochenem Schichtwechsel oder bei Musik- und Theateraufführungen. Das Arbeitsinspektorat kann im Einzelfall weitere Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsarbeitsverbot bewilligen.

Nach der Sonntagsarbeit hat die Dienstnehmerin in der darauf folgenden Woche Anspruch auf eine mindestens 36 Stunden dauernde Wochenruhe. In der Woche nach der geleisteten Feiertagsarbeit muss die Dienstnehmerin eine mindestens 24 Stunden dauernde ununterbrochene Ruhezeit im Anschluss an eine Nachtruhe einhalten können.

Mehr zu Überstunden, Ausruhen während der Arbeit und verrauchten Arbeitsplätzen auf Seite 2 >>

Musterbriefe für Mutterschutz und Elternteilzeit finden Sie hier.

Überstunden

Werdende oder stillende Mütter dürfen keine Überstunden machen. Die tägliche Arbeitszeit darf keinesfalls 9 Stunden bzw. die wöchentliche Arbeitszeit keinesfalls 40 Stunden übersteigen. Bei dieser Regelung gibt es keinerlei Ausnahmen, auch nicht durch das Arbeitsinspektorat.

Ausruhen während der Arbeit

Ist eine Arbeitnehmerin schwanger, ist ihr Körper in dieser Zeit nicht so belastbar wie sonst. Deshalb darf sie sich auch während der Arbeitszeit hinlegen und ausruhen. Der Arbeitgeber muss ein geeignetes Bett oder eine Liege bereitstellen. Wie oft und wie lange sich die Arbeitnehmerin ausruht, liegt in Ihrem Ermessen. Die Ruhezeit gilt als reguläre Arbeitszeit und muss auch als solche bezahlt werden. Legt sich die Arbeitnehmerin allerdings in einer unbezahlten, im vorhinein festgelegten Pause hin, wird diese Ruhezeit nicht bezahlt. Wenn eine Arbeitnehmerin stillt, hat sie überdies Anspruch auf bezahlte Freizeit zum Stillen des Kindes. Diese Zeit beträgt maximal 90 Minuten pro Tag.

Zigarettenqualm in der Firma

Seit 1.1.2009 dürfen werdende Mütter in Räumen, in denen sie der Einwirkung von Tabakrauch ausgesetzt sind, nicht mehr arbeiten. Dies gilt nunmehr auch für Beschäftigte im Gastgewerbe.


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