Benetton im Blick

Globalisierung ist oft kein beliebtes Wort. Aber wenn man sich eines der erfolgreichsten Unternehmen Italiens einmal genauer ansieht macht das cosmopolitische Denken plötzlich Sinn. Wir ergründeten die Tiefen des bunten Fashion-Imperiums mit seinem neuen Mann an der Spitze.

Es war einmal:

Ende April war es endlich soweit: Alessandro Benetton, 48, bestieg nach langer Zeit endlich den Thron der Benetton Group. Nach der Gründung im Jahr 1965 hatte sein Vater, Luciano Benetton, das farbenfrohe Königreich angeführt und es zum weltweiten Erfolg gebracht. Rund 47 Jahre stand er mit all seinem Engagement hinter dem innovativen Unternehmen. Nun ist es Zeit für frischeren Wind und genau damit will Alessandro das Erbe seines Vaters weiterführen. Ein denkwürdiger Anlass also um das gigantische Portfolio er italienischen Kultmarke einmal genauer zu beleuchten:

Der neue Mann an der Spitze, Chairman der Benetton Group Alessandro Benetton tritt nun sein Erbe im Unternehmen seines Vaters an.

United Colors of the world:

Benetton steht seit Gründung für eine kaum noch zu findende Offenheit. Eint mit seinem Gedankengut, der Kommunikation und seiner Mode ganze Kontinente. Und das alles aus dem einzigen Wunsch heraus nämlich dem, mit einem anfangs kleinen italienischen Label die ganze Welt zu erreichen und etwas zu bewegen.

Der Hauptsitz der Benetton Group zelebriert den italienischen Lebensstil in seiner schönsten Weise.


Das Geheimnis ist schnell gelüftet. Die Benetton Group zeichnet sich nicht nur durch die typisch farbenfrohe Mode aus, es ist vielmehr das Leben am Puls der Zeit - Änderungen in Gesellschaft und Wirtschaft eingeschlossen. Man sieht mehr als nur den Tellerrang, man sieht in die Augen der jungen Leute und versucht diese auf allen erdenklichen Wegen zu erreichen. Ungewöhnliche Kampagnen, Interaktion via Internet und Bildung der next Generation. All das sind wichtige Punkte, die die United Colors-Welt ausmachen.

Die Sommerkollektion von United Colors of Benetton präsentiert sich diesmal bunt und mit etwas Côte d´Azur-Retrofeeling.
Bei Sisley geben heuer Pudernuancen in Form sexy Kleider den guten Stil vor.


You Nguyen designt ab der Herbst/Winter Kollektion für United Colors of Benetton.
Im Kreativ-Hotspot Fabrica stellt man alle bis dato geltenden Denkweisen auf den Kopf.
Ein weiteres Projekt von Fabrica: die Unhate-Kampagne sorgte letztes Jahr weltweit für Aufsehen.
Colors thematisiert, polarisiert und punktet mit außergewöhnlicher Kreativität – ganz links die aktuelle Ausgabe Nr. 83.
Wie alles begann: Die erste Benetton-Fabrik aus dem Jahr 1965.
1965 ist das Gründungsjahr der Benetton Gruppe
1969 öffnete der erste Store außerhalb Italiens seine Türen in Paris.
1974Sisley kommt an Bord des Unternehmens
1980 eröffente Benetton seinen ersten Shop in New York an der renommierten Adresse der Madison Avenue.
1982 wurde in Tokyo der erste Shop eröffnet und Oliviero Toscani wird für die Umsetzung der Werbekampagnen (bis 2000) hinzugegzogen.
1983 ist der große Startschuss für die Formel 1 als Sponsor des Tyrrel Teams. Toleman wurde drei Jahre später dazugezogen und das Benetton Formula Limited racing team war kreiert.
1985 gewinnt die Benetton Gruppe im Bereich Werbung den „Grand Prix de la Publicité“.
1987 Gründung des „Fondazione Benetton Studi e Ricerche and institution of the International Prize Carlo Scarpa“.
1991 das artifizielle „Colors“-Magazins wird ins Leben gerufen.
1994 kommt „Fabrica“ als Kreativer Hotspot hinzu.
2006 am 10.10 präsentiert Fabrica Benetton am Catwalk in Paris

Die verschiedenen Welten:

Der Kern des Unternehmens ist die Mode. Der Stil, die Qualität und die Leidenschaft, die aus den Kollektionen hervorgehen sind ungebrochen und auf ihre Weise zeitlos. Mittlerweile zählen vier Marken zur Benetton Group: United Colors of Benetton, Undercolors of Benetton, Sisley und Playlife. Jede dieser Submarken (bei uns sind vor allem die ersten drei bekannt) unterscheidet sich in Stil, Farbe und Form. Dennoch schafft man es einen roten Faden durch die so unterschiedlichen Kollektionen zu ziehen. Die einen, Sisley, eher modisch experimentierfreudiger, die Linien mit dem Namen Benetton dafür eher farbenaffin. Unterm Strich eine Markenwelt in der die Italienischen Wurzeln nach wie vor den Konsens bilden.

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Der neue Designer:

Bis jetzt waren verschiedene Designer-Gruppen die kreativen Köpfe hinter den Kollektionen. Ab diesem Herbst ist es nur mehr ein Mann, der für die Gestaltung von United Colors of Benetton auserkoren wurde. Kein Zufall, der neue Chief Merchandising Officer und Creative Director You Nguyen hatte sich schon in anderen internationalen Unternehmen wie Levi´s einen Namen gemacht und ist somit auch kein ungeschriebenes Blatt in der Branche. Seine Handschrift ist modern und neu, er bringt Frische in die Italienische Mode und natürlich auch eine Priese

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Im Zeichen der Zeit:

Entwicklung stand für die Benetton Group immer an vorderster Stelle. Das Bestreben neue Denkweisen zu erkunden war daher immer ein wichtiges Detail in der Geschichte des Unternehmens. Die nächste Generation musste also Teil der Benetton-Welt werden. Und dafür hat man sich ganz besondere Wege ausgedacht:

Culture Club:

Ganz im Stil der Italiener erfand man einen speziellen Weg die starke Bindung zum Herkunftsland aufrecht zu erhalten. Kulturell räumte man mit der Stiftung „Fondazione Benetton Studi e Ricerche" dem Bewusstsein zur Heimat einen wichtigen Stellenwert ein. Aber auch im sportlichen Bereich war Benetton stets engagiert. Neben Aktivitäten in den Breichen Rugby, Volley- und Basketball zählt hier natürlich die Formel 1 zu den größten Bereicherungen in Sachen Sport. Es ist der soziale Charakter der hier im Mittelpunkt steht sowie eine Chance für Begegnung und ein gemeinschaftliches körperliches Wohlgefühl. In diesem Sinne werden jährlich tausende von Jugendlichen neu für Sport gewonnen.

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Fabrica reiht sich auch in die Gewinnung neuer Perspektiven und in die Akquirierung junger Menschen ein. Anders als beim Sport zählt hier das offene Denken die Hauptrolle. Das im Jahr 1994 gegründete „Benetton´s Communication Research Centre" mit Hauptsitz in Treviso, Italien, ist ein steingewordener Komplex kreativer Ideen. Mit dem Ziel Innovation und internationales Grenzen zu überschreiten ist das Forschungszentrum der Benetton Gruppe ein weiteres Highlight in Sachen Innovation.

Im gleichzeitig als Studienzentrum für Kommunikation fungierendem Refugium wird hier in den Bereichen wie Design, Musik, Film, Fotografie, Verlagsprojekten und Internet gearbeitet. Heiß begehrt, werden die Stipendien-Studienplätze nur sehr gewählt vergeben. Wer allerdings die strenge Auslese durchlaufen hat, kann sich auf eine aufregende Zeit mit vielerlei Projekten freuen. Dazu zählt neben Filmen (die in Cannes, Hollywood oder Venedig gezeigt werden) und verschiedenen Kreativ-Workshops und auch die Erstellung des berühmten Colors Magazins.

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Colors ist eigentlich mehr Kunstwerk als klassisches Magazin. In ihm versammeln sich alle kreativen Kompetenzen des Unternehmens und werden auf eine außergewöhnlich trendbezogene Weise zelebriert. 1991 wurde unter Oliviero Toscani, der zwischen 1982 und 2000 auch für die außergewöhnlichen Werbekampagnen verantwortlich war, und Tibor Kalman geführt. Aufgelegt in vier Sprachen beschäftigt sich das artifizielle Magazin mit Kunst, Gesellschaft, Mode und Shopping. Unkonventionell wie die Herangehensweise ist auch das papierene Produkt. Zudem kommt, dass das Magazin trendgerecht nicht nur in gedruckter Form, sondern natürlich auch am iPad verfügbar ist und mit Interaktion via Internet neue Leser lockt.

In der jetzigen Ausgabe, dem Colors 83, steht alles im Zeichen des Glücklichseins. „Happiness: a survival guide" ist der prägende Titel. Und von Aristoteles bis hin zum Dalai Lama sind alle Wege, Denkweisen und Errungenschaften rund um die Ausschüttung des Freudenhormons Endorphin in witziger und interessanter Weise dargeboten.

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