Belgische Waffe(l)n

Rockbands haben es nicht leicht: Große Egos und Streits können Probleme machen. Die Band dEUS hat sich zusammengerauft und ein sensationelles Album aufgenommen.

Als Kind wollte dEUS-Sänger Tom Barman (2. von rechts) nur eines machen: Filme. Seit Anfang der 1990er-Jahre, nach dem Rausschmiss aus der Filmhochschule (er hatte bei einem Chemietest geschummelt), widmete er sich aber der Musik - und wurde Rockstar. Und dEUS war die erste Indie-Band Belgiens, die einen Plattenvertrag mit einem internationalen Majorlabel bekam.

Heute, 20 Jahre und fünf Alben später, blickt er gelassener auf seine Karriere zurück. „Ich weiß, dass wir nie eine Band sein werden, die 12 Millionen Platten verkauft. Aber wir haben ein tolles, neues Label und sind als Band zusammengewachsen."

Chefsache & Teamwork. So stark sogar, dass der Frontman nun erstmals gemeinsam mit seinen Musikern Songs schreibt. Bisher war das nämlich „Chefsache". Barman gibt offen zu, dass die Egos in der Ex-Besetzung ein Problem waren: „Es gab schon mal Schlägereien auf Tour."

Das ist Schnee von gestern. Die Zusammenarbeit hat dem fünften Album eine neue Richtung gegeben - Songs entstanden in Jamsessions, wurden live ausprobiert und dann erst im Studio aufgenommen. „Ich habe unlängst einen Scherz gemacht und zur Band gesagt, ich alleine würde nie wieder einen dEUS-Song schreiben", erzählt Barman. „Sie waren entsetzt, weil sie jetzt wissen, wieviel Arbeit das ist", meint er und lacht.

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