Bel Ami

Frauen beglücken und auf der Karriereleiter ein Stück nach oben Rücken rücken: Sexprotz Georges Duroy betört die Ehefrauen (Uma Thurman, Kristin Scott Thomas) einflussreicher Freunde und schläft sich buchstäblich an die Spitze der Pariser High Society. Robert Pattinson als Wanderpokal der feinen Gesellschaft.

Paris, 1890. Der mittelose Ex-Soldat Georges Duroy (Robert Pattinson) fristet ein kärgliches Dasein in einer billigen Absteige. Eben aus dem Militärdienst in Algerien ins schöne Frankreich heimgekehrt, versucht der Hungerleider aus der Provinz in Paris Fuß zu fassen. Sein mageres Gehalt als Angestellter der Eisenbahngesellschaft erlaubt ihm nicht seinen Durst nach Vergnügungen aller Art zu stillen. Seine Ersparnisse investiert der Sexsüchtige in Alkohol und die Dienste einer Prostituierten.


Wie gut, dass Georges Charles Forestier (Philip Glenister) über den Weg läuft. Der gibt ihm nicht nur ein Bier aus, sondern öffnet seinem Ex-Armeekameraden großzügig Haus und Hof.

Forestier hat es inzwischen als Leitartikelschreiber bei der renommierten Tageszeitung La Vie Française zu Geld und Ruhm gebracht. In Forestiers herrschaftlichem Salon gehen Politiker und Journalisten ein - und aus. Forestiers Empfehlung reicht aus, um Georges bei La Vie Française eine Stellung zu verschaffen.

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Noch attraktiver als die Herrenbekanntschaften sind für Georges die Damen in der Rue Fontaine Nummer 17: Besonders Forestiers schöne, junge Frau Madeleine (Uma Thurman) hat es dem eitlen Lüstling angetan. Georges Charakter ist ebenso schäbig wie sein geliehener Smoking. Statt sich seinem Förderer gegenüber dankbar zu erweisen, baggert er rücksichtslos dessen Frau an.


Als Forestier einem Lungenleiden erliegt, legt sich Duroy buchstäblich ins gemachte Nest. Er betrügt Madeleine mit ihrer besten Freundin Clotilde (Christina Ricci) und verführt die prüde Madame Rousset (fantastisch: Kristin Scott Thomas), die Frau seines Chefredakteurs.


Die Eroberung von Madame Rousset erweist sich als besonders nützlich: In hündischer Ergebenheit spioniert sie für ihren jugendlichen Liebhaber die politischen Machenschaften ihres Mannes aus und verschafft dem erpresserischen Georges dadurch mehr Macht und Einfluss.

Mitleidlos und berechnend richte Georges - im Vertrauen auf seine animalische Anziehungskraft bei Frauen - all jene zu Grunde, die ihm auf dem Weg nach ganz ganz oben noch im Wege stehen.

Auch die Großaufnahmen von Robert Pattinsons Nackpopo und Christina Riccis entblößte Brust helfen nicht darüber hinweg, dass die Substanz von Guy de Maupassants großartigem Roman hier völlig auf der Strecke geblieben ist.
Besonders unglaubwürdig ist die Leidenschaft zwischen der zu Tode gelangweilten Uma Thurman und dem Twilight-Star. Uma sieht in jeder Szene mit dem Vampir so abweisend aus, als würde sie gleich an seinem Mundgeruch ersticken müssen.
Nur Kristin Scott Thomas als ebenso feurige wie verstoßene, alte Geliebte wird der bissigen Romanvorlage gerecht.

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