Beim Stillen werden gefährliche Giftstoffe auf Babys übertragen

Eine neue Harvard-Studie belegt, dass giftige Chemikalien über die Muttermilch an Säuglinge übertragen werden.

Eine neue Studie der Harvard Public School of Health hat nun erwiesen, dass giftige Schadstoffe im Blut von Babys die gestillt werden, nachgewiesen werden können.

Industrieprodukte im Körper

Konkret geht es dabei um PFAs, also Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese sind in den meisten industriell verarbeiteten Produkten zu finden und gelten als krebserregend. Sie werden zum Beispiel verwendet um Produkte wasser- und fettabweisend zu machen, außerdem kommen sie in vielen Verpackungsmaterialien und Farbstoffen vor. Selbst im Trinkwasser wurden sie schon nachgewiesen.

PFAs bleiben eine lange Zeit im Körper erhalten, und wurden weltweit im Blut von Menschen und mittlerweile sogar Tieren nachgewiesen werden. Die Stoffe können einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit, das Hormon- und das Immunsystem haben.

Stillen als Auslöser

"Wir wussten, das PFAs in Muttermilch auftauchen können, aber unsere Blutanalyse hat gezeigt, dass sich die Konzentration steigert, je länger die Kinder gestillt werden", erzählt Philippe Grandjean von der Harvard School of Health.

Die Wissenschaftler untersuchten Kinder mit 11 Monaten, 18 Monaten und 5 Jahren. Es stellte sich heraus, das die PFA-Konzentration sich mit jedem Monat, in dem die Kinder ausschließlich gestillt wurden, um 20-30% erhöhte. Teilweise war die PFA-Konzentration der Kinder sogar höher als jene im Körper ihrer Mütter. Nach dem Ende des Stillens sank die Giftstoff-Konzentration im Blut der Babys.

Der Grund, warum giftige Substanzen in die Muttermilch kommen, ist dass sich giftige Stoffe im Fettgewebe ablagern. Das Milchfett in der Muttermilch wird aus Fettgewebe gebildet und so gelangen die im Fett gespeicherten fettlöslichen Giftstoffe in die Muttermilch.

Vorteile überweigen Nachteile

"Es gibt noch keinen Grund, Mütter vom Stillen abzuraten. Die gesundheitlichen Vorteile überwiegen die Nachteilen. Aber wir machen uns schon Sorgen, dass diese Stoffe in einem sehr verletzbaren Alter an die Kinder weitergegeben werden."

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