Die Oscars könnten heuer auch ein bissi österreichisch werden

Marvel's "Black Panther" ist für den Oscar "Bestes Kostümdesign" nominiert. Und: Ein bisserl österreichische Beteiligung ist da auch dabei.

Gestern Nachmittag unserer Zeit wurden in Los Angeles die Nominierungen für die diesjährige Oscar-Verleihung enthüllt. Neben Top-Stars wieLady Gaga, Rami Malek, Christian Bale oder Emma Stone, gibt es heuer wieder eine kleine österreichische Beteiligung. Wo? Beim Oscar für das "Beste Kostümdesign"!

Black Panther bricht alle Rekorde

Die US-amerikanische Kostüm-Designerin Ruth Carter* ist für einen Oscar in der Kategorie „Bestes Kostümdesign“ für den Film "Black Panther" nominiert. Der amerikanische "Marvel" Science Fiction-Film, der die Geschichte des afrikanischen Phantasie-Landes Wakanda erzählt, hatte im Vorjahr an den Kinokassen Rekorde gebrochen. Nun sorgt der Blockbuster mit gleich sieben Oscar-Nominierungen für Aufsehen: Noch nie zuvor wurde eine Comicverfilmung bei den Oscars so oft (und in prestigeträchtigen Kategorien wie "Bester Film") nominiert. Hinzukommt, dass mit "Black Panther" ein Film mit fast ausschließlich Schwarzen SchauspielerInnen nominiert wurde - das ist bei den achso-weißen Oscars immer noch eine Seltenheit.

Oscars Kostümdesign Black Panther

Mit 3D-Druck zu den Oscars

Aber was hat das jetzt mit Österreich zu tun? Pass auf: Einige von Carters Designs wurden von der Salzburgerin Julia Körner* realisiert. Sie hat mehrere 3D-Designs für das Kinospektakel beigesteuert - erfuhr aber erst spät von der großen Tragweite der Filmproduktion. „Am Anfang hatte ich keine Idee für welchen Film meine Designs waren. Alles war streng geheim. Ich wusste nur den Codenamen 'Motherland'. Erst als ich meine Kreationen auf der großen Leinwand sah und die Verkaufszahlen bekannt wurden, begann ich die unglaubliche Tragweite von Black Panther zu realisieren”, erklärt die Salzburgerin.

Carters Designs sind inspiriert von zylindrischen Formen des traditionellen Kopfschmucks der Zulu-Frauen. Julia Körner arbeitete mit Hilfe von 3D-Drucktechnik vier Monate lang an der Krone und dem Umhang der Hauptdarstellerin Angela Bassett (Foto), die im Film die Königin von Wakanda spielt. Aufgabe der Kostümdesignerin Carter war es, eine Symbiose zwischen traditioneller Ästhetik und modernster Technologie für den "afrofuturistischen" Look des Films zu schaffen. Dies scheint ihr durchaus gelungen zu sein: Angesichts der Nominierung darf man davon ausgehen, dass ihre Designs die Academy überzeugt haben.

Black Panther Kostümdesign

Oscars Kostümdesign Black Panther

Ob es einen Oscar mit österreichischer Beteiligung für "Black Panther" geben wird, entscheidet sich am 24. Februar 2019, wenn die Oscar-Verleihung zum 91. Mal über die Bühne geht.

Wieder wenige Frauen nominiert

Obwohl es in Sachen Diversity und Repräsentation langsam voran geht, muss sich die Academy auch heuer der Kritik über ihr Nominierungsverhalten stellen. So fehlen erneut weibliche Namen unter den Nominierten - gerade in den wichtigen Kategorien dürfen wenige (oder gar keine) Frauen auf eine Auszeichnung hoffen. So muss die Kategorie "Beste Regie" dieses Jahr erneut ohne eine einzige weibliche Regisseurin auskommen. Ein Missstand, der sicher auch unter den eingeladenen Gästen Thema sein wird: auch, wenn es dieses Jahr kein geschlossenes Zeichen gegen #metoo geben wird (im Vorjahr trugen -fast- alle Frauen schwarz) wird die Debatte über die Fehlentwicklungen in Hollywood bestimmendes Gesprächsthema bleiben.

Ups!: In einer ersten Version dieses Artikels haben wir behauptet, dass die Salzburgerin Julia Körner ebenfalls für den Oscar nominiert wäre. Das ist falsch. Die Kostümdesignerin Ruth Carter ist Oscar-Anwärterin für ihre Designs. Julia Körner hat lediglich am Film mitgewirkt. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

Julia Körner Portät

Die österreichische Designerin Julia Körner ist eine der weltweit führenden Köpfe in digitalen Fertigungsmethoden und 3D-Druck und arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Architektur, Produkt- und Modedesign.

Ihre Arbeiten wurden national und international ausgezeichnet und vielfach publiziert. Zu Museen und Institutionen, die Julia Körners Kreationen ausstellten, gehören beispielsweise das Museum für Angewandte Kunst MAK Wien, Ars Electronica, Metropolitan Museum in New York City (MET), das Palais des Beaux Arts in Brüssel, das Art Institute in Chicago und das High Museum in Atlanta.

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