Beauty-Kolumne

Mutter Natur hat mich mit einer dünkleren Hautfarbe „gesegnet“. Ich mag braune und gebräunte Haut. Solariumbesuche sind selbst mir nicht fremd. So sah ich in der künstlichen Bräune nachvollziehbare Vorteile, bis die Wissenschaft Jahr für Jahr wiederum logische Nachteile aufzeigte.

So war Schluss mit Lustig, Chillen auf der Sonnenbank um z.B.: gegen Depressionen u.v.m. vorzugehen. Auch das sogenannte klassische Vorbräunen für den Urlaub - ob im Winter oder Sommer - war damit ein No-Go.

Weg mit dem Dreck

Eine Alternative zum Streifenhörnchen musste her um schick und angeblich natürlich, sowie gesund auszusehen: Der Trend der Selbstbräuner erfasste mich. Gleichzeitig ruinierten die nicht einmal so günstigen Cremen, Tuben, Puder und Sprays manch Kleidungsstück. Soviel zu: wasserfest und zugleich abwaschbar. Dieses teure Kapitel war hiermit auch erledigt.

Mutter natur pur

Welche Möglichkeiten es dann noch gibt, um knackig braun wie ein Jetsetter, der soeben aus seinem Malediven- und Kitzbühel-Aufenthalt kommt, auszusehen? Ganz einfach: jeder natürliche Sonnenstrahl der uns vom Himmel fällt. Also Sie sehen, ich habe mich demütigst mit unserer Sonne und zugleich dem Schutz meiner Haut auseinander gesetzt.

Im übrigen: wenn ich meine Freunde fragte „Liege ich eh in der Sonne. Ist eh kein Schatten auf mir?", war dies wohl nicht nur nervig (die Frage stellte ich angeblich in 15 Minuten Intervallen), sondern wurde ich tatsächlich auch noch als Tanorektiker bezeichnet.

Sonnige Treibjagd

Tanorexie ist die Bräunungssucht, das übertriebene Verlangen die Haut exzessiv zu bräunen. Fällt Ihnen gerade auch Stefan Petzner ein? Nun, diese „Beschimpfung" konnte und wollt ich nicht auf mir sitzen lassen, zumal mein Schönheitsideal gewiss nicht über stark gebräunte Haut (sei es natürlicher- oder künstlicherweise) definiert wird. Aber eines sag ich Ihnen: Braun macht wirklich nicht happy! Und unglücklich ist die rothaarige Boris-Becker-Fraktion, die erst recht einen Sonnenbrand bekommt und wie Mr. Crab aussieht, ja auch nicht unbedingt.

Phänomen Porzellan-Look

Nun dann gibt es noch die Gruppe der Noblesse, die für noble Blässe steht. Schon zu Zeiten der Renaissance, des Barock und Rokoko galt helle, weiße Haut als Symbol für ein besseres Standing. In Japan hat Haut, weiß wie Porzellan, Geschichte. Die Sehn-Sucht nach hellem Teint steht im Konflikt zum sonnengeküssten Look. Die Industrie hat dies ebenso bemerkt, so boomen Aufhell- alias „Whitening"- Produkte und schon regiert der Grufti-Look.

Es ist ein umstrittenes Thema, was nun schön(er) sein soll und vor allem gesund ist und auch wirkt. Ganz wichtig: die Haut zu pflegen und zu hegen. Kurzfristig braun und langfristig faltig, nein danke! Also, wie steht's um ihr Couleur?

Aktuell