Barbie wird diverser! Ab jetzt gibt's die Kultpuppe auch mit Glatze und Weißfleckenkrankheit

Mit den neuen Puppen möchte Barbie-Hersteller Mattel eine "mehrdimensionale Sichtweise auf Schönheit" bieten.

Neue Barbiepuppen

Barbie ist nicht nur seit Jahrzehnten Lieblingsspielzeug vieler Kinder, sondern auch problematisches, weil unrealistisches (und unerreichbares) Körpervorbild. Extrem groß, extrem schlank, extrem blond. Dafür stand Barbie viele Jahre. Mit seiner neuen Kollektion möchte Barbie-Hersteller Mattel nun für mehr Diversität sorgen und eine "mehrdimensionale Sichtweise auf Schönheit" bieten.

Was heißt, es eine Barbie zu sein?

Unter den Neuzugängen, die im Laufe des Jahres auf den Markt kommen sollen, finden sich beispielsweise eine Barbie ohne Haare sowie eine Puppe mit der Hautkrankheit Vitiligo. Mattel möchte mit den diverseren Barbies neu definieren, was es heißt, eine Barbie zu sein oder wie Barbie auszusehen, wie der Independent berichtet. Auf diese Weise sollen Kinder, die Möglichkeit haben, "noch mehr Geschichten zu spielen, die sie in der Welt um sich herum sehen".

Mit seiner neuen glatzköpfigen Barbie möchte der Hersteller Kindern, die an Haarausfall leiden, die Chance geben, sich auch repräsentiert zu sehen. Um die Weißfleckenkrankheit Vitiligo auch korrekt abzubilden, arbeitete Mattel mit einer Dermatologin zusammen. Bereits vergangenes Jahr postete Mattel einen Prototyp der neuen Barbie auf Instagram, der mit über 150.000 Likes der erfolgreichste Post des @barbie-Accounts aller Zeiten wurde.

Mit dem neuen Launch kommt auch ein Update der Barbie mit Beinprothese auf den Markt. Schon vergangenes Jahr brachte Mattel eine Reihe an Barbie-Puppen mit Behinderungen heraus, wobei die Firma mit der damals 12 Jahre alten Jordan Reeves zusammenarbeitete, die selbst eine Armprothese trägt und es sich zum Ziel gemacht hat, anderen Kindern mit Behinderungen durch kreative Lösungen zu unterstützen. Nun wurde die Reihe noch um einige Modelle erweitert.

Es tut sich was

In Sachen Inklusivität hat Barbie in den letzten Jahren tatsächlich einige Fortschritte gemacht: Momentan ist die Barbie-Puppe in fünf Figurtypen, 22 Hauttönen, 76 Haarstyles, 94 Haarfarben und 13 verschiedenen Augenfarben erhältlich. Auch für Ken gab's ein Update: Der darf seine Haare künftig auch lang tragen.

Vergangenen Herbst kamen im Zuge von Mattels "Creatable World"-Reihe die "gender-inclusive dolls" auf den Markt: Ganz ohne Geschlechts-Label und mit vielen verschiedenen Styling-Optionen ausgestattet (Lang- oder Kurzhaarfrisur, Rock oder Hose,...).

Konsument*innen schätzen Vielfalt

Das neue vielfältige Angebot scheint auch bei den Käufer*innen sehr gut anzukommen. "Mehr als die Hälfte aller im letzten Jahr weltweit verkauften Puppen waren Diversity-Puppen“, so ein Sprecher von Mattel. "Unter den zehn meistverkauften Puppen fanden sich sieben diverse – einschließlich der Rollstuhl-Puppe.“

Während es schön und ermutigend ist, zu sehen, dass Mainstream-Spielzeughersteller mit der Zeit gehen, nun vermehrt auf Vielfalt achten und sich in den letzten Jahren tatsächlich schon Vieles verändert hat, gibt es natürlich trotzdem immer noch etwas Luft nach oben: So entspricht beispielsweise die "curvy" Barbie einer schlanken Frau, während die "Original"-Barbie weiterhin ein ungesundes Körperbild propagiert (tatsächlich wäre eine echte Frau mit Barbies Maßen wohl nicht lebensfähig). Auch auf die Barbie mit großer Nase oder Pickeln warten wir nach wie vor - nichtsdestotrotz es die neue Kollektion definitiv ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

 

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