Bald darf man Frauen nicht mehr unter den Rock fotografieren

Die Regierungskoalition konnte sich beim Upskirting-Verbot einigen - zumindest zum Teil. Bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe droht Belästiger*innen künftig.

Bald ist Upskirting wirklich verboten

Wer Frauen ohne Einwilligung unter den Rock fotografiert, dem*der droht künftig bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe. Die Verhandlungen zum Gesamtmaßnahmenpaket "Hass im Netz" laufen noch. Türkis-Grün hat sich aber beim Upskirting-Verbot geeinigt. Das unbemerkte Fotografieren sei "leider ein Riesenproblem, das zeigen uns die Zahlen", so Familienministerin Susanne Raab im Interview mit der Presse.

Zuletzt war noch offen, ob schon die bloße Aufnahme oder erst die Veröffentlichung verdeckt aufgenommener Fotos oder Videos unter den Rock oder in den Ausschnitt unter Strafe gestellt wird. Jetzt wurde laut Raab zwischen ÖVP und Grünen vereinbart, dass "bereits das unbefugte, absichtliche Fotografieren oder Filmen ohne Einwilligung einer Person mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe sanktioniert werden" kann.

Die Sorge um Freibadfotos

Ein Auszug aus dem geplanten Gesetzestext kursierte vor einigen Tagen auf Twitter. User*innen lasen aus dem Text heraus, dass durch die Formulierung etwa auch Fotos aus dem Freibad strafbar wären, wenn im Hintergrund zufällig jemand seine*ihre Badehose auszieht.

Das verneinte Raab im Gespräch mit der Presse: "Wir wollen junge Mädchen und Frauen [...] in ihrer körperlichen Integrität schützen. Und sicherstellen, dass nichts entblößt wird, das sie verhüllen - auch nicht die Brust. Es geht darum, dass absichtlich beispielsweise unter den Rock fotografiert wird, ohne dass es eine Frau weiß. Und ein solches Foto dann womöglich auch noch verbreitet wird.

Das schon seit Längerem angekündigte Gesamtpaket mit Maßnahmen gegen "Hass im Netz" sei derzeit "noch in der finalen Phase der Verhandlungen", so Raab. Es war, so wie auch das neue Informationsfreiheitsgesetz, eigentlich schon für Ende Juli erwartet worden.

 

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