Bad Hair Days

Beauty-Director Martina Parker schreibt monatlich in der WIENERIN über Beauty-Fallen. Diesmal wird es echt haarig: Erinnerungen an den Austrian Hairdressing Award und auch ein Umstyling steht an.

Am 7. November finden die jährlichen Austrian Hair-
dressing Awards statt. Für mich inzwischen ein hochemotionales Datum.

Denn als ich zum ersten Mal dabei war, wusste ich nicht, dass dieser Oscar für Friseure tatsächlich eine Oscar-Veranstaltung ist. Ich kam also in einer Nett-aber-doch-nur-eine-Strickjacke und mit Irgendwie-herunterhäng-Haaren, während alle anderen Anwesenden in Ballroben und mit Marge-Simpson- Haartürmen brillierten. Und es kam noch schlimmer. Meine Chefin hatte vergessen (!) mir zu sagen, dass ich einen Preis verleihen sollte - inklusive Live-on-Stage-Interview und Rede. Ich schlug mich wirklich tapfer und beantwortete Fragen wie „Wie viele Kandidaten haben sich beworben?" nicht wahrheitsgemäß mit „Woher zum Teufel soll ich das wissen?", sondern mit einem geschickten „Mehr als je zuvor ... Applaus für unsere Friseure!". Dann kürte ich unter tosendem Beifall den Sieger, seine Fans sprangen auf und umarmten sich, Champagnerflaschen wurden geköpft ...

Bis mir jemand auf die Schulter tippte und raunte: „Falsches Kuvert!" Ich hatte den Zettel meines Vorredners in Händen. Während mir vor Schreck jedes einzelne Haar meiner Nichtfrisur zu Berge stand, musste ich den Preis zurückfordern und anderweitig vergeben! Es war ein Fiasko. Zum Glück waren die Friseure nicht nachtragend.
Am nächsten Tag rief sogar eine Haarkünstlerin in der Redaktion an und lud mich auf ein Umstyling ein. Sie meinte, ich hätte es jetzt bitter nötig!

„Der schlimmste Fehler im Leben, ist, ständig zu befürchten, dass man einen macht.“

Elbert Hubbard (1856–1915), US-Schriftsteller

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