"Backne": Was bei Pickeln am Rücken wirklich hilft

KLARTEXT. Peinlich? Gibt’s nicht! Ob Mundgeruch, Käsefüße oder Warzen – wir nehmen auch unangenehme Körperthemen unter die Lupe. Diesmal: Rückenpickel – vom einzelnen Wimmerl zu richtiger "Backne".

Backne

Wie es aussieht & woran man Backne erkennt

Pickel sehen wie Pickel aus, egal, wo sie auftauchen. Während man aber mit Gesichtspickeln relativ offen umgeht, sind Wimmerl an Rücken und Dekolleté eher tabuisiert. Für mein jugendliches Ich war so ein Pickel jedes Mal ein Drama – einfach urpeinlich! Rückenakne, auch "Backne" genannt (englische Wortfusion aus "back" und "acne"), gibt es in ebenso vielen Formen wie Gesichts­akne – von vielen Mitessern zu großflächigen Entzündungen. Weniger schlimm und sicher vielen Frauen bekannt sind einzelne hormonbedingte Rückenpickel, die häufig kurz vor der Menstruation auftauchen. Wir besprachen beides mit der Dermatologin ­Kerstin Ortlechner (kerstinortlechner.com).

Woher es kommt

Sie sagt: "Akne basiert auf drei Faktoren. Erstens: Die Haut produziert zu viel Talg. Zweitens: Sie schilfert ­abgestorbene Hautzellen nicht ausreichend ab, die Poren verstopfen. Drittens: Bakterien siedeln sich an und erzeugen Entzündungen. Bei der immer häufiger auftretenden Erwachsenenakne, wozu auch die erwähnten Zykluspickel gehören, sind dagegen die Hormone die Hauptauslöser. Hier ist die Forschung noch jung, aber sie läuft auf Hochtouren." Bei Akne empfiehlt Ortlechner, Arzt oder Ärztin aufzusuchen; durchaus auch schon früher, wenn der Leidensdruck zu hoch ist. Denn natürlich kann man mit medizinischer Pflege tiefere Wirkung erzielen als mit kosmetischer.

Was du tun kannst

Ganz wichtig ist die Reinigung morgens und abends inklusive Extra­dusche, wenn man geschwitzt hat. Bei akuten Entzündungen legt Kerstin Ortlechner nahe, sie punktuell mit einer anti­biotischen Lösung zu behandeln sowie das Schlafgewand täglich zu wechseln und auszukochen, damit alte Bakterien und Hautfett vom Vortag die Haut nicht immer wieder von Neuem reizen. Sie berichtet: "Laut aktuellen Studien führen sowohl Kuh- als auch Sojamilchproteine zu einer vermehrten Talgproduktion. Es kann hilfreich sein, ab und zu eine Milchpause einzulegen." Antipickelstifte mit Salicylsäure oder punktuell eingesetztes Benzaknen-Gel helfen gut. In Ausnahmefällen – wenn ein Pickel schlimm und ein Event sehr wichtig ist – gibt es sogar die Möglichkeit, von Arzt oder Ärztin zum Abheilen eine Minidosis Cortison in den Pickel spritzen zu lassen.

 

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