Backe, Backe, Bäckchen!

Rouge kann zaubern wie Merlin, aber auch hexen wie Madame Mim. Und zwischen frischer Schönheit und Clowngesicht liegt oft nur ein Pinselstrich. Miss und Chanel-Visagistin Susan Sterling verraten, wie sie die richtige Farbe finden – und wohin sie gehört.

Rouge: Der Farb-Check
Damit Sie nicht aussehen wie ein Clown beim Sonntagsausflug, muss das Rouge genau Ihrem Hautton entsprechen. miss-Tipp: Laufen Sie in die Parfümerie! Wenn Sie erhitzt dort ankommen, sind Sie zur Wahl bereit: Der Rot-Ton auf Ihren Wangen ist genau der richtige für Ihr Rouge.
Wem das zu anstrengend ist, der halte sich an folgende Grundregeln:
Pink & Rosé. Ideal für helle Typen. Achtung: Auf dunkler oder olivfarbener Haut wirkt kühles Pink maskenhaft.
Apricot & Orange. Für dunkle oder olivfarbene Haut. Achtung: Orangetöne machen Blasse noch blässer, als sie’s eh schon sind.
Zartes Braun. Für weniger Geübte. Bräunliches Rouge ermöglicht weiche Übergänge. So können Sie leichter Ränder vermeiden.
Terrakotta. Für vorgebräunten Teint, aus dem noch mal das Urlaubs-Strahlen gekitzelt werden soll.

Material-Kunde
Welches Doserl nehmen wir heute?

1. Puder. Der Klassiker ist zwar reich an Farbpigmenten, wirkt aber auf der Haut zart und transparent. Verwenden Sie Puder für den natürlichen Alltags-Look, am besten auf Basis von Kompakt-Make-up. Sollten Sie Flüssig-Foundation bevorzugen, stäuben Sie Transparentpuder drüber, bevor Sie Ihr Puderrouge auftragen. Nur so ist gute Haltbarkeit sicher. Wichtig: Ehe Sie das Rouge an Ihr Gesicht lassen, den Pinsel unbedingt auf dem Handrücken abklopfen und dann erst auftragen. Sonst kriegen Sie eine Überdosis Bäckchen.
2. Creme. Besonders für trockene Haut geeignet. Vorteil: verkrümelt sich nicht wie Puder in den Fältchen. Optimale Basis für Rouge mit cremiger Textur sind übrigens Flüssig-Foundations, da die beiden perfekt miteinander verschmelzen. Creme-Rouge, Gel oder Mousse-Rouge kreisförmig mit den Fingerspitzen auftragen.
3. Perlen. Für einen edlen, strahlenden Teint. Rouge-Perlen haben wenig Farbpigmente und geben einen Hauch von Frische. Mit einem Schwämmchen großflächig auf das Gesicht auftragen.

Kleine Werkzeug-Fibel
Für diffus-transparente Effekte: Verwenden Sie einen Fächerpinsel.
Für hohe Wangenknochen: Eckigen Pinsel zum Auftragen unter den Backen.
Für Highlights auf den Wangenbögen: Nehmen Sie einen schrägen Pinsel.
Für ein natürliches, transparentes Finish: Einen möglichst großen Pinsel wählen, um die Farbe langsam auszublenden.
Für den Alltags-Gebrauch: Wenn Sie nur in einen Pinsel investieren wollen, nehmen Sie einen sanft gerundeten mit schrägen Enden.

Bäckchen-Grundkurs täuschen & tarnen.
Dunkleres Rouge verwendet man für Gesichtspartien, die optisch in den Hintergrund gerückt werden sollen. So können Sie z.B. einen breiten Nasenrücken durch dunkles Puder seitlich der Nasenwurzel schmaler wirken lassen. Wollen Sie Teile betonen, verwenden Sie hellere Nuancen. Um die Wangenknochen hervorzuheben, tragen Sie den dunkleren Ton unter den Backenknochen auf und setzen einen helleren Punkt an die höchste Stelle der Wangen. Position anpeilen. Pinsel zwei Fingerbreit vom Auge entfernt ansetzen. Und: Nie dichter an die Nase heran, als der äußerste Ring der Iris verläuft, oder unterhalb einer gedachten Linie von der Nasenöffnung hin zum Gesichtsrand. Achtung Brillenträger: Rouge nicht unter der Brille auftragen. Wegen des Lupen-Effekts wirkt das Rouge sonst fleckig. Erste Hilfe. Zu viel erwischt? Nicht rubbeln, sonst geht die Grundierung flöten! Einfach transparentes oder hautfarbenes Puder drüberstäuben, schon ist die Sache erledigt.


So kommt Ihr Gesicht in Form
Setzen Sie sich gerade vor den Spiegel. Welche ist die breiteste Stelle in Ihrem Gesicht? Die Wangenknochen? Dann ist es eher rund. Sind die Wangenknochen so breit wie die Stirn, gilt Ihr Gesicht als eckig.

Rund: Verwenden Sie matte und eher dunkle Farben. Verteilen Sie das Rouge unterhalb der Wangenknochen. So wird die runde Form unterbrochen, das Rouge gibt Ihnen mehr Konturen, das Gesicht wirkt insgesamt schmaler. Um die Wangenknochen hervorzuheben, setzen Sie eine hellere Nuance Rouge auf die höchste Stelle (siehe auch Täuschen & Tarnen).

Schmal: Lächeln Sie! Dann tragen Sie auf den so entstandenen „Apfelpunkten“ (den höchsten Punkten im Gesicht), das Rouge flächig auf. Soll das Gesicht runder erscheinen, Rouge in eine Richtung quer über die Wangenknochen streichen. Tragen Sie auf die Kinnspitze wenig dunkles Rouge auf. Auch so verliert das Gesicht optisch an Länge.

Kantig: Sie beginnen außen am Haaransatz und tragen das Rouge in Richtung Mundwinkel auf. Auch auf die Schläfen und in die Ecken des Haaransatzes. Das Gesicht wirkt runder, wenn Kieferlinie und Stirnwinkel mit Hilfe von dunklem Rouge sanft ausgeblendet werden.

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