Baba, Gendernormen: Harry Styles ist als erster Mann allein auf dem Vogue-Cover

Der 26-jährige Sänger Harry Styles ziert als erster Mann das Cover des Kultmagazins Vogue – und das in einem Rüschenkleid. Styles und Vogue setzen damit ein wichtiges Zeichen: Geschlechternormen in der Mode sind sowas von überholt.

Harry Styles Vogue Cover

Irgendwann im Laufe der Geschichte entschied unsere Gesellschaft, dass gewisse Kleidungsstücke und Beautyprodukte nur bestimmten Geschlechtern vorbehalten sind. Es war nicht immer so und zum Glück beginnen sich die Dinge langsam wieder zu ändern. Das aktuellste Beispiel dafür: Sänger Harry Styles in einem Kleid auf dem Cover der Dezemberausgabe der US-Vogue. Tatsächlich ist er nach 127 Jahren der erste männliche Celebrity, der das Titelblatt des Kultmagazins zieren darf. Der Cover-Look, bestehend aus einer Spitzenrobe, kombiniert mit einem schwarzen Blazer (beides Gucci) wurde von Tyler Mitchell fotografiert - Fans sind begeistert.

Mode soll Spaß machen

"Kleidung ist dazu da, Spaß zu haben und herumzuexperimentieren. Wenn du die gängigen Konventionen hinter dir lässt, hast du viel mehr Spielraum", sagt der ehemalige One Direction-Sänger im Interview mit Vogue. "Es ist so wie mit allen Dingen: Immer, wenn du dir Grenzen setzt, schränkst du dich nur ein. Dabei kann man so viel Spaß mit Kleidung haben." Dass Styles nicht viel auf Gender-Klischees und gesellschaftliche Erwartungshaltungen gibt, hat er in der Vergangenheit schon oft bewiesen: So trat er etwa bei den Brit Awards 2020 in einem Marc Jacobs-Damenanzug auf, bei der Met Gala 2019 im durchsichtigen, schwarzen AF Alessandro Michele-Jumpsuit und Ohrringen.

"Oft sehe ich mir Frauenkleidung an – und denke, wow, wie großartig!"

Inspirieren würden Styles vor allem seine musikalischen Vorbilder: "Ich finde, man kann nie overdressed sein. Prince, David Bowie, Elvis, Freddie Mercury oder Elton John – sie alle sind totale Showtypen. Als Kind hat mich das immer fasziniert", so Styles. Sie zu sehen hätte dem 26-Jährigen geholfen, sich auch in extravaganten, auffälligen Gewändern wohlzufühlen. Auch sehe Styles die Grenzen, die bestimmen, was wir aufgrund unseres Geschlechts tragen "sollen", mehr und mehr verschwimmen. "Entfernen wir diese Barrieren, so eröffnet das ganz neue Möglichkeiten. Oft gehe ich in Geschäfte und sehe mir die Frauenkleidung an – und denke, wow, wie großartig!", so Styles.

Alessandro Michele, Creative Director bei Gucci, erklärt, dass Styles die Art und Weise, wie junge Menschen über Mode denken, maßgeblich beeinflusst: "[Harry] hat keine Angst vor seiner femininen Seite, weil sie etwas ganzes Natürliches ist. Und er ist eine große Inspiration für eine jüngere Generation – indem er jungen Leuten zeigt, wie frei und vielfältig Mode sein kann. Ich finde, dass er ein Revolutionär ist."

Schluss mit Gender-Stereotypen

Änderungen und Wandel in der Mode sind ein stetes Phänomen – das Loslösen von Geschlechternormen aber schon lange überfällig. Während klassisch "maskuline" Looks an Frauen bereits seit langer Zeit gängig sind (siehe Boyfriend-Jeans oder Oversize Blazer), sind "feminine" Styles an Männern nach wie vor kaum repräsentiert. Mit Harry StylesVogue-Cover ist die Normalisierung "weiblicher" Kleidung an männlich gelesenen Menschen und das Bewusstsein für Gender Diversity nun endlich in den Mainstream gerückt. Vor allem für Menschen, die sich selbst nicht im binären Genderkonstrukt wiederfinden oder Mode abseits der für ihr Geschlecht vorgesehenen Bandbreite tragen möchten (sich bisher aber vielleicht nicht getraut haben), ist dies ein wichtiges Zeichen.

 

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