Auszeit vom Job

Weiterbildung, Umschulung, Reisen oder Neuorientierung: Zwischen so vielen Möglichkeiten kann die ArbeitnehmerIn wählen, doch wie kann man dies zeitlich umsetzen? typischich.at stellt Ihnen zwei Modelle für eine Auszeit vor.

Monotonie im Büro, Überlastung im Job und das Gefühl keine Zeit mehr für die privaten Interessen zu haben sind Gründe, weshalb vielen Arbeitnehmerinnen der tägliche Gang zur Arbeit schwerfallen kann. Eine weitere Folge kann auch ein Burn-Out sein, der schon zu einer Art "Volkskrankheit" geworden ist.

Um all diesen Dingen entgegen zu wirken und weiterhin sowohl Motivation als auch Kreativität im Job zu fördern, haben ArbeitnehmerInnen diverse Möglichkeiten sich eine Auszeit zu nehmen: Z.B. wird bei der Bildungskarenz etwas für die Fortbildung getan, beim Sabbatical handelt es sich um einen Langzeiturlaub.

Hier eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile dieser zwei Modelle:

Definition

Bildungskarenz: Berufliche Weiterbildung, die auf einer Beurlaubung einer Dienstnehmerin und dem Entfall des Arbeitsentgeltes während der Karenz beruht.

Sabbatical: Von der Arbeitgeberin genehmigter Langzeiturlaub (ohne zeitliche Grenze) mit "Job-zurück-Garantie", ohne dass der Urlaub an Weiterbildung gekoppelt ist. Die Sabbatical-Zeit kann sowohl für berufliche als auch private Zwecke genutzt werden.

Zeitumfang

Bildungskarenz: Für mindestens drei, maximal zwölf Monate. Übrigens: Eine weitere Bildungskarenz kann erst drei Jahr nach dem Ablauf der vorherigen Bildungskarenz angetreten werden.

Sabbatical: Der genaue Zeitumfang ist individuell mit der Arbeitgeberin auszumachen. Erfahrungsweise macht ein Sabbatical zwischen drei und zwölf Monaten am meisten Sinn - sowohl für die Arbeitnehmerin als auch Arbeitgeberin.

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Bildungskarenz: Berufliche Weiterbildung zwischen drei und zwölf Monaten

Sabbatical: Langzeiturlaub für persönliche Interessen, Auszeit ist individuell vereinbar

Voraussetzungen


Bildungskarenz: Der Bildungskarenz muss eine mindestens sechsmonatige, durchgehende Beschäftigung bei derselben Arbeitgeberin vorausgehen. Es ist eine reine Vereinbarungssache zwischen Dienstgeberin oder -nehmerin, die auf den Erfordernissen des Unternehmens sowie den Interessen der Arbeitnehmerin beruhen.

Sabbatical: Auch hier gilt die Devise, dass ein Sabbatical vom Wohlwollen der Arbeitgeberin abhängt.


Verpflichtungen


Bildungskarenz: Es besteht die Pflicht der ArbeitnehmerIn nachzuweisen, dass sie die Karenz zu Aus- und Weiterbildungszwecken genutzt hat. Andere Zwecke können je nach dem Wohlwollen der ArbeitgeberIn zu einer Entlassung führen.

Sabbatical: Es besteht nicht die Pflicht nachzuweisen, für was man genau das Sabbatical genutzt hat. Sie können einfach auf Reisen gehen, sich weiterbilden oder ihre freie Zeit für soziale Projekte zur Verfügung stellen.


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Finanzielle Regelungen

Bildungskarenz: Die Bildungskarenz ist eine Beurlaubung, wobei das Einkommen für die Dauer der Karenz entfällt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist für diese Zeit ein Weiterbildungsgeld in der Höhe des Kinderbetreuungsgeldes möglich. Deshalb darf die ArbeitnehmerIn während der Dauer der Bildungskarenz wenn nur einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen.

Sabbatical: Finanzielle Sicherung gibt es einerseits durch angesparten Urlaub und Überstunden der ArbeitnehmerIn. Andererseits kann mit dem Unternehmen eine anteilige Gehaltskürzung über einen gewissen Zeitraum vereinbart werden, so dass dieses auch während des Sabbaticals konstant ausgezahlt wird. Beispiel: Das Einkommen von vier Jahren wird auf fünf Jahre aufgeteilt, so erhält man jedes Jahr 80% des Gesamtbezuges und muss nicht auf ein regelmäßiges Einkommen verzichten. Die dritte Möglichkeit wäre auf Ersparnisse zurückzugreifen.

Nachteile & Co.

Bildungskarenz: Während der Bildungskarenz gibt es keinen Kündigungsschutz. Für Rechtsansprüche der ArbeitnehmerIn, die sich nach der Dauer der Dienstzeit richten (z.B. Kündigungsfrist) sind Zeiten der Bildungskarenz nicht zu berücksichtigen. Ansprüche auf sonstige Bezüge (Sonderzahlungen) sowie auf Urlaub stehen dem Arbeitnehmer für das Kalenderjahr der Bildungskarenz nur in aliquotem Ausmaß zu.

Sabbatical: Eine gute Work-Life-Balance ist von jeder Arbeitnehmerinnen zu unterstützen. Jedoch befürchten viele Chefinnen, dass die Arbeitnehmerin das Sabbatical dazu nutzen könnten sich anderen Job-Möglichkeiten zu widmen - und somit später das Unternehmen verlassen könnten. Auch beim Sabbatical gilt, dass man nicht wirklich vor einer Kündigung gefeit ist.

Bei beiden Auszeitmodellen muss die Arbeitgeberin für eine Vertretung oder Nachbesetzung der Arbeitnehmerin sorgen. Des Weiteren sind die betrieblichen Erfordernisse zu berücksichtigen. Sind diese Punkte geklärt, steht der Auszeit außer einer vorherigen, genauen Planung nichts mehr im Wege!

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